Sigismund Forster by Gräfin Ida Hahn-Hahn

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By Ava Marino Posted on Nov 15, 2025
In Category - Old Maps
Hahn-Hahn, Ida, Gräfin, 1805-1880 Hahn-Hahn, Ida, Gräfin, 1805-1880
German
Have you ever met someone who seems to have it all, yet feels completely hollow inside? That's Sigismund Forster. This 19th-century novel follows a wealthy, educated man on a desperate search for meaning. He tries philosophy, love, and travel, but happiness keeps slipping through his fingers. It's a surprisingly modern story about a mid-life crisis, written long before the term existed. If you've ever asked yourself 'Is this all there is?' while staring at your perfectly arranged life, Sigismund's restless journey will feel deeply familiar. It's less about grand adventures and more about the quiet ache of a soul that can't find its place.
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„Ah! und wem willst denn Du Dich präsentiren?“ rief Friedrich. „Nun, dem ganzen Ball,“ entgegnete Sigismund. „Und hab’ ich mich etwa schlecht präsentirt?“ fragte Friedrich weiter, der eben mit Tosca getanzt hatte. „O, Du lieber Bruder,“ sagte Sigismund lachend, „Du bist schon ein Jahr hier, Dich kennt man, Du hast nicht mehr nöthig, an einen glänzenden Eintritt zu denken, wie ich Fremdling. Aber ich tanze lieber gar nicht, als mit so einem winzigen, eckigen Grashüpfer, als Deine Tänzerin im ersten Walzer war.“ „Grashüpfer!“ wiederholte Friedrich, „das ist ein guter Name. Fortan soll sie gar nicht anders heißen. Aber ich habe auch einen Namen erfunden, und zwar für die Tosca Beiron.“ „Und der heißt?“ fragte Sigismund gespannt. „Dornenröschen! So schnippisch, so kurz angebunden ist mir in meinem Leben kein Mädchen vorgekommen. Es wird ihr zu viel weiß gemacht, und das taugt den Frauenzimmern nichts.“ Das Orchester spielte den dritten Walzer und Sigismund eilte zu Tosca. Tanz ist Tanz, meint man, und wenn zwei Personen nur Takt zu halten verstehen, so muß es ziemlich einerlei sein, mit wem man sich im Saal herumdreht. O mit nichten. Man versuche es nur einmal beim Gehen! Man nehme nur einmal den Arm und lasse sich führen, die Treppe herunter, oder nur über die Straße; welch ein Unterschied! Man kann nicht Schritt halten, man wird müde, man wird gestoßen, der Arm, der Schutz und Stütze sein soll, wird zur Last, zur Unbequemlichkeit; ganz lahm kann man davon werden, wenn’s lange dauert, und ganz verdrießlich. Und dann ein anderer Arm! Da geht man mit demselben Schritt, da hat man dieselben Bewegungen, da passen Gang und Haltung so genau zusammen, daß Keiner den Andern genirt, da sieht der Mann nicht gehemmt und die Frau nicht übereilt aus. Wie viel mehr ist das beim Tanz der Fall, wo man, von Melodien getragen, gleichsam in höherer Sphäre geht, und folglich durch den Mittänzer sehr gehoben und sehr gefesselt werden kann. Sigismund tanzte mit Tosca, als ob er sie trage. „Welch eine liebliche schwebende Musik hat dieser Walzer,“ sagte sie freundlich. Und es war doch nur eine ganz gewöhnliche Tanzmusik. Sie machten die oberflächliche Unterhaltung einer ersten Bekanntschaft, und Sigismund fand, daß Tosca auf keine Weise den Beinamen verdiene, welchen Friedrich ihr gegeben. Sie war fröhlich und gesprächig, und hatte zuweilen ein allerliebstes schelmisches Lächeln. Dies Lächeln wird ihn aus dem Häusel gebracht haben, den armen Friedrich, dachte Sigismund heimlich; er ist zuweilen ein bischen schwerfällig. Mit diesem dritten Walzer begann und beschloß sich der Ball für ihn. Er tanzte nicht mehr, aber er sah Tosca tanzen, und es war ihm, wenn sie an ihm vorüber schwebte, als sehe sie ihn bald fragend, bald freundlich an. Und allerdings verwunderte es sie sehr, daß ein so ausgezeichneter Tänzer so gar wenig Freude am Tanz zu finden scheine, und doch einen ganz besondern Werth auf einen Walzer mit ihr gelegt habe. Nach dem Cotillon verließ sie den Ball. „Die Lampen brennen ganz dunkel vom Staube,“ sagte Sigismund, der ihr bis zur Thür nachgeblickt, zu einem Freunde; „komm, laß uns gehen.“ „Gehen, trinken, spielen -- was? welch Verbum willst Du conjugiren?“ antwortete der. „Alle drei!“ rief Sigismund; „und nimm Dich nur in Acht! heut hab’ ich Glück.“ Als Sigismund Forster um acht Uhr früh statt ins Collegium -- zu Bett ging, hatte er nicht blos das Glück gehabt, hundert Louisd’or zu gewinnen, sondern das größere noch, daß seines Freundes Kasse sich grade in hoher Flut befand, so daß der ihm auch wirklich seinen Gewinn auszahlte. Tosca Beiron saß im Wohnzimmer ihrer Mutter am Stickrahmen im Fenster, und nähte sehr eifrig Tapisserie, während sie ganz...

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Let's be honest, most 19th-century German novels aren't known for their breezy pace. But Sigismund Forster by Ida Hahn-Hahn grabs you with a question we still ask today: what happens when you achieve your goals and find only emptiness?

The Story

We meet Sigismund Forster as a successful man. He has money, education, and social standing. But instead of contentment, he's plagued by a deep sense of pointlessness. The plot follows his attempts to fill that void. He throws himself into intellectual pursuits, but finds them dry. He seeks passion in relationships, but they disappoint. He travels, but can't escape himself. It's not a story of dramatic villains or wild plot twists; it's an intimate portrait of a man quietly unraveling from within, despite his picture-perfect exterior.

Why You Should Read It

Hahn-Hahn's genius is in making Sigismund's struggle feel immediate, even 180 years later. She writes with sharp psychological insight. You don't just watch Sigismund; you feel his restless anxiety. The book is a brave exploration of depression and spiritual doubt from a female author in a rigid era. It’s less about the answers he finds and more about the honest, painful asking of the questions. Reading it feels like having a late-night conversation with a deeply thoughtful, slightly melancholic friend.

Final Verdict

This book is perfect for readers who love character-driven stories and don't mind a slow, thoughtful burn. If you enjoy authors like Thomas Mann or the introspective mood of Russian classics, but want a shorter, more focused entry point, this is for you. It's also a fascinating glimpse into the mind of a pioneering female writer. Just don't pick it up expecting a cheerful escape. It's a beautiful, haunting companion for a reflective afternoon.



🔓 Copyright Status

There are no legal restrictions on this material. You can copy, modify, and distribute it freely.

Melissa Martin
1 year ago

Perfect.

Andrew Jackson
4 months ago

If you enjoy this genre, the arguments are well-supported by credible references. One of the best books I've read this year.

Lisa Lee
8 months ago

I started reading out of curiosity and the narrative structure is incredibly compelling. Highly recommended.

Karen Young
7 months ago

Finally found time to read this!

Susan Harris
1 year ago

Used this for my thesis, incredibly useful.

5
5 out of 5 (12 User reviews )

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