Der Sohn: Ein Drama in fünf Akten by Walter Hasenclever

(2 User reviews)   5737
By Ava Marino Posted on Nov 15, 2025
In Category - Old Maps
Hasenclever, Walter, 1890-1940 Hasenclever, Walter, 1890-1940
German
Hey, have you ever felt like your parents just don't *get* you? Now imagine that feeling cranked up to a life-or-death intensity. That's the heart of 'Der Sohn' by Walter Hasenclever. It's a play from 1914 that feels shockingly modern. It's about a brilliant young man whose authoritarian father wants to crush his spirit and lock him away. It's not just a family drama—it's a full-blown, fist-clenching scream for freedom, individuality, and the right to simply *be*. It's short, intense, and will make you think about the price of rebellion long after you finish.
Share

Read "Der Sohn: Ein Drama in fünf Akten by Walter Hasenclever" Online

This book is available in the public domain. Start reading the digital edition below.

START READING FULL BOOK
Instant Access    Mobile Friendly

Book Preview

A short preview of the book’s content is shown below to give you an idea of its style and themes.

Ja, Herr Doktor. Sie haben es mir erklärt. Ich verstehe Ihren Schmerz. Sie sind traurig, weil dieser Kegel in der Welt ist. Glauben Sie mir, ich bin es nicht mehr! Mir fehlt sogar die vergängliche Pose, die sich noch unter Tränen verhöhnt. Sie werden sagen, ich sei ein Schwächling oder ein Schurke. Aber ich sage Ihnen: ich stand im schwarzen Rock vor der schwarzen Tafel -- und wußte genau, daß ich die Kreide in der Hand hatte. Ich wußte sogar, daß man den kleinen vom großen Kegel subtrahiert und trotzdem -- ich habe es nicht getan. Der Hauslehrer: Aber weshalb nicht! Ich frage Sie, weshalb? Der Sohn: Jemand wurde vor mir in Geschichte geprüft: 1800 so und so viel war die Schlacht bei Aspern. Und während meine Hand unwirklich die Kreise an der Tafel beschrieb, sah ich Erzherzoginnen und fliehende Boulevards ... Sie werden begreifen, daß man in dieser Süßigkeit allein schon die Mathematik vernichtet. Die Auflösung einer einzigen Klammer hätte mich gerettet. Ich habe es vorgezogen, mich in ihr zu verachten. Der Hauslehrer: Wir hätten in den letzten Tagen nicht so viel arbeiten sollen. Ihr Zustand ist begreiflich. Sie stehen unter einer seelischen Depression. Der Sohn: Ich glaube, die Seele der Menschen ist nicht so einfach. Dieser Tag ist ein Erlebnis. Meine Sehnsucht, frei zu werden, war zu groß. Sie war stärker als ich, deshalb konnte ich sie nicht erfüllen. Ich habe zu viel empfunden, um noch Mut zu haben. Ich bin an mir selber verblutet. Ich werde wohl niemals die Kraft haben, das zu tun, wofür ich da bin. Jetzt sehen Sie ein, daß ich die Matura nicht bestehen konnte: ich wäre an irgend etwas zugrunde gegangen. Der Hauslehrer: Beruhigen Sie sich. Es ist nicht so schlimm. Der Sohn: Ich danke Ihnen. Sie sind gut zu mir. Man wird Sie davonjagen, weil ich ein Idiot bin. Der Hauslehrer: Ich wollte, ich könnte Ihnen helfen. Der Sohn: Mein Vater wird dafür sorgen, daß es nicht geschieht. Der Hauslehrer: Wie werden Sie es ihm sagen? Der Sohn: Bitte telegraphieren Sie ihm, Sie wissen seine Adresse. Es ist mir unmöglich, das selber zu tun. Ich fürchte seinen Zorn nicht, doch ich leide an jedem Menschen und an jeder Straße. Ich bin gedemütigt durch jede Existenz, die meine Sehnsucht nach ihr verringert. Ich finde es empörend, daß ein Gebäude entsteht, aus dem man vermittels elektrischer Wellen die Lüfte ruiniert. Wie hasse ich dies Communiqué zwischen Kaiser und Kommis! Der Teufel hat dafür gesorgt, daß sich jede Braut und jeder Sterbende noch um die Erde drahtet. Der Hauslehrer: Ich möchte Ihnen etwas sagen. -- Seien Sie nicht bekümmert meinetwegen, wenn Ihr Vater mich nach Ihrem Durchfall entläßt ... Der Sohn (schnell): Sie haben Familie und müssen sorgen. Ich bin schuld wenn Sie unser Haus verlassen. Das tut mir leid. Der Hauslehrer: Das soll Ihnen nicht leid tun! Denken Sie an sich. Wenn ich auch nur Ihr Hauslehrer bin -- glauben Sie mir -- ich liebe Sie trotzdem! Der Sohn (ergreift seine Hände): Mein alter Freund, ich wußte es, daß Sie mich lieben. Eines Tages, wenn ich geerbt habe, will ich Sie einladen auf eine Reise nach Paris oder Hindostan. Dann werden wir in den Louvre gehn und mit arabischen Mädchen soupieren. Die Erde, die uns trennt, ist nicht so groß! Auch für Sie leben die Götter Homers und Schillers Lied an die Freude. Der Hauslehrer: Was werden Sie jetzt tun? Der Sohn: Vielleicht einen Monolog halten. Ich muß mich aussprechen mit mir. Sie wissen, daß man sonst diese Mode verachtet. Ich habe es niemals als schimpflich empfunden, vor meinem eignen Pathos zu knien,...

This is a limited preview. Download the book to read the full content.

Written right before World War I, Walter Hasenclever's play captures a generation's explosive frustration. It’s a key text of German Expressionism, which means it trades realism for raw, emotional truth.

The Story

A gifted young man, known only as 'The Son,' is under the absolute control of his tyrannical father. His father sees his son's sensitivity and intellectual curiosity as weaknesses, a threat to the strict order he represents. He plans to send his son to a harsh boarding school to 'fix' him. The Son, pushed to the brink, finds a dangerous ally in a mysterious 'Friend' who preaches a philosophy of absolute personal freedom and rebellion. The play becomes a tense countdown: will the Son break under his father's will, or will he break free in a way that changes everything?

Why You Should Read It

What stunned me is how current it feels. Sure, the language is dramatic, but the core conflict—youth vs. tradition, self-discovery vs. rigid expectation—is timeless. The Father isn't just a mean dad; he's a symbol of every outdated rule and suffocating authority. The Son's desperation is palpable. You feel his claustrophobia and his burning need for a life that is truly his own. It’s a powerful, almost primal, story about the moment a child stops asking for permission to exist.

Final Verdict

Perfect for anyone interested in the roots of modern drama, psychology, or family dynamics. If you liked the rebellious energy of 'The Catcher in the Rye' or the tense father-son struggles in 'Death of a Salesman,' this is your historical deep-cut. It’s also a great, accessible entry point into Expressionist theatre. A compact, fiery read that packs a serious punch.



🟢 Open Access

This title is part of the public domain archive. It serves as a testament to our shared literary heritage.

George Robinson
1 year ago

After finishing this book, it challenges the reader's perspective in an intellectual way. Exactly what I needed.

Kimberly Lopez
1 year ago

Having read this twice, the atmosphere created is totally immersive. Worth every second.

4.5
4.5 out of 5 (2 User reviews )

Add a Review

Your Rating *
There are no comments for this eBook.
You must log in to post a comment.
Log in


Related eBooks