Naturalismus, Idealismus, Expressionismus by Max Deri

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By Ava Marino Posted on Jan 2, 2026
In Category - Old Maps
Deri, Max, 1878-1938 Deri, Max, 1878-1938
German
Hey, have you ever looked at a painting and wondered what the artist was really trying to say? That's the rabbit hole Max Deri's 1919 book takes you down. It's not a dry art history text; it's a guide to the wild, passionate arguments that shaped modern art. Deri was right there, watching artists like Munch and Kandinsky break every rule in the book. His writing captures the electric feeling of a world where art was being completely reinvented. If you've ever felt a painting in your gut before you understood it with your head, this book explains why.
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die Eindrücke dieser Außenwelt reagierenden lebendigen Substanz. Nun wurden für das ästhetische Teilgebiet bisher meist von allem Anfang an noch zwei weitere Grund-Voraussetzungen aufgestellt. Es wurde erstens behauptet, daß der +Künstler+ sein Werk aus einer „spezifischen“ Eignung erstelle, die die „gewöhnlichen“ Menschen +nicht+ besitzen. Eine wesentliche und qualitativ besondere „schöpferische“ Fähigkeit sollte dem „Künstler“ innewohnen, aus der allein ein Kunstwerk erstehen könne. Sie sei dem Künstler, und bloß diesem, „angeboren“, und Keiner, dem diese qualitative Besonderheit fehle, könne irgendwie für den Bezirk des Kunstschaffens in Anspruch genommen werden. Zweitens aber sollte auch der +Aufnehmende+ zum „wahren“ Kunstverständnis von einer spezifischen Eignung oder Veranlagung abhängig sein, die keineswegs bei allen Menschen zu finden wäre. Auch hier müsse eine qualitative Besonderheit als „angeboren“ vorliegen, wenn das Bemühen um das Erleben der Kunstwerke zum „wirklichen“ ästhetischen Erleben und zum „wahren Verständnis“ der Werke führen solle. Wenn es nun gelingen würde, eine geschlossene ästhetische „Theorie“ zu gewinnen, die zwar von der willkürlichen Voraussetzung absieht, daß Künstler und Kunstverständige +qualitativ+ besonders begabte Menschen seien, die aber dennoch zu einer „eindeutigen Zuordnung eines in sich widerspruchslosen Begriffsystemes an die ästhetischen Tatsachen“ gelangt, so wäre damit ein Resultat erreicht, das „einfacher“ wäre, weniger unbeweisbare Prämissen enthielte, und deshalb nach dem Ökonomie-Prinzipe der Wissenschaft den Vorzug vor dem anderen System verdienen würde. -- Ernst Mach war es, dem es im Laufe eines langen und an wissenschaftlichen Ergebnissen reichen Lebens gelungen ist, nachzuweisen, daß sich das alltägliche, jedem Menschen eignende „Denken“ von dem reinsten wissenschaftlichen Denken der größten intellektuellen Genies in keiner Weise qualitativ, sondern nur der Schärfe und der Intensität nach unterscheide. Und so soll im Folgenden versucht werden, die Tatsachen des ästhetischen Bereiches unter der Voraussetzung anzuordnen, daß jene oben erwähnte „spezifische“ Fähigkeit des Künstlers und des Kunstgenießenden als etwas von den Eigenschaften des „gewöhnlichen“ Menschen +qualitativ+ Unterschiedenes +nicht+ existiere; sondern daß sich das künstlerische Gestalten und Erleben in nichts als in seiner Intensität und in seiner Tiefe von einem bestimmten alltäglichen Verhalten aller Menschen unterscheidet. Der Mensch wird in diese Welt, an die er sich in jahrtausendelangem Prozeß angepaßt hat, hineingeboren und nimmt mit seinen Sinnesorganen die Gegebenheiten dieser Welt in einem weiten Erfahrungskreise auf. Der weiteste Umfang dieses Kreises alles Sichtbaren, Hörbaren, Riechbaren, Schmeckbaren und Tastbaren heiße, in der Ausdrucksweise von Ernst Mach, „groß U“. Was außerhalb dieses weitesten Bezirkes alles Erfahrbaren U noch liegen möge, wird wissenschaftlich +nicht+ diskutiert. Jegliche Metaphysik bleibt damit also von vornherein ausgeschlossen. Innerhalb dieses weitesten Erfahrungsbezirkes U lebt nun der erwachsene Mensch in dem kleineren Umfang seiner Leibeshülle, die, wiederum in Machscher Terminologie, „klein u“ genannt werden soll. Der Mensch stellt einen geschlossenen körperlichen Komplex vor, der an einzelnen Punkten „Reiz-Stellen“ für Eindrücke jener Außenwelt U besitzt. So sind die Augen für Licht-Reize, die Ohren für Schallwellen, die Nase für Geruchsempfindungen, die Zunge für Schmeck-Erfahrungen, die Haut für Tast- und Temperatur-Einwirkungen empfindlich. Diese Reize werden durch die Nervenbahnen zum Zentralsystem geleitet, das den Sitz des Bewußtseins, der „Seele“ bildet. Sind wir so weit gelangt, so fragen wir nach der, wiederum unmittelbar gegebenen, nicht weiter „beweisbaren“ Zusammensetzung dieses Bewußtseins. Beobachtung lehrt uns, daß wir drei seelische Grund-Gegebenheiten besitzen, die nicht weiter auf „früher Bekanntes“ zurückführbar sind: das Erkennen = Denken, intellektuelle Funktion; das Fühlen = emotionelle Funktion; und das Wollen = voluntaristische Funktion. Prüfen wir die Zueinanderordnung, die diese drei Funktionen des menschlichen Bewußtseins untereinander einnehmen, so finden wir Folgendes. Sehen wir etwa einen Baum, so ist mit der rein sachlichen Wahrnehmung des Gegenstandes, mit seinem „Erkennen“, unmittelbar ein spezifisches „Begleit-Gefühl“ mit-gegeben. Man kann sich, sollte man daran zweifeln, diese Tatsache unmittelbar vergegenwärtigen, wenn man entweder das Objekt der Betrachtung...

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Published in 1919, Max Deri's book is a snapshot of art in motion. He was an art critic living through one of the most explosive periods in creative history, and he wrote this to make sense of it all. The book acts as a tour guide through three major artistic movements that were battling for the soul of modern expression.

The Story

There's no traditional plot with characters. Instead, the 'story' is the clash of ideas. Deri sets up the stage with Naturalism, the style that tried to show the world exactly as it is, like a perfect photograph. Then he introduces Idealism, which argues art should show the world as it *should* be—more beautiful, more perfect. Finally, he throws open the doors to Expressionism, the rebellious newcomer. This movement said forget the outside world; art should be about the artist's raw, inner feelings. The book is about this dramatic fight: should art mirror reality, imagine a better one, or scream out an emotion?

Why You Should Read It

What makes this special is Deri's voice. He's not a dusty professor looking back; he's in the thick of it, excited and sometimes confused by what he's seeing. When he describes an Expressionist painting, you feel the energy and the shock it caused. He helps you see the human struggle behind the styles. It turns names like 'Expressionism' from a textbook label into a real, urgent idea born from artists who were tired of the old rules.

Final Verdict

Perfect for curious art lovers who want to go deeper than just recognizing styles. If you visit museums and wonder about the 'why' behind the art—why some paintings look real, some look dreamy, and some look like a burst of emotion—this is your backstage pass. It’s also a great, short read for anyone interested in early 20th-century culture and how world-shaking events change the way we create.



🏛️ License Information

No rights are reserved for this publication. Preserving history for future generations.

Michelle Flores
7 months ago

As someone who reads a lot, the emotional weight of the story is balanced perfectly. I learned so much from this.

Matthew Lee
1 year ago

I came across this while browsing and the emotional weight of the story is balanced perfectly. I couldn't put it down.

4.5
4.5 out of 5 (12 User reviews )

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