Eine langweilige Geschichte: Aus den Aufzeichnungen eines alten Mannes by Chekhov

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By Ava Marino Posted on Dec 26, 2025
In Category - Old Maps
Chekhov, Anton Pavlovich, 1860-1904 Chekhov, Anton Pavlovich, 1860-1904
German
Hey, have you read Chekhov's 'A Boring Story'? Don't let the title fool you—it's anything but. It's about an old, famous professor, Nikolai Stepanovich, who has everything society says should make him happy: respect, a career, a family. But as he nears the end of his life, he's hit with a terrifying, quiet question: 'What's the point of it all?' There's no big drama, just this brilliant man staring into a void he can't explain, and it's one of the most unsettling and real things I've ever read. It's a short, sharp punch to the soul.
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Im Original in Antiqua gesetzter Text ist ~so ausgezeichnet~. Weitere Anmerkungen zur Transkription finden sich am Ende des Buches. ANTON TSCHECHOW EINE LANGWEILIGE GESCHICHTE Aus den Aufzeichnungen eines alten Mannes [Illustration] Aus dem Russischen übertragen von H. Röhl Im Insel-Verlag zu Leipzig Gedruckt bei Breitkopf & Härtel in Leipzig I Es lebt in Rußland ein hochverdienter Professor, namens Nikolai Stepanowitsch *** (ich unterdrücke den Familiennamen), Geheimrat, Ritter pp.; er besitzt so viele russische und ausländische Orden, daß, wenn er Veranlassung hat sie anzulegen, die Studenten ihn mit der bunten Bilderwand in der Kirche vergleichen. Sein Bekanntenkreis ist ein höchst vornehmer; wenigstens hat es in den letzten fünfundzwanzig bis dreißig Jahren in Rußland keinen berühmten Gelehrten gegeben, mit dem er nicht näher bekannt gewesen wäre. Jetzt mag er sich mit niemand mehr anfreunden; aber wenn von der Vergangenheit die Rede sein soll, so schließen die lange Reihe seiner berühmten Freunde Männer wie Pirogow, Kawelin und der Dichter Nekrasow, die ihm ihre aufrichtige, warme Freundschaft schenkten. Er ist Ehrenmitglied aller russischen und dreier ausländischen Universitäten, usw. usw. Alles dies und vieles, was man noch hinzufügen könnte, bildet das, was man meinen Namen nennt. Dieser mein Name erfreut sich einer großen Popularität. In Rußland ist er jedem gebildeten Menschen bekannt, und im Auslande wird er auf den Kathedern mit den Beiworten »der bekannte« und »der verehrte« erwähnt. Er gehört zu jenen wenigen glücklichen Namen, die zu schmähen oder leichtfertig in den Mund zu nehmen beim Publikum und bei der Presse als schlechter Ton gilt. Und das ist auch nur in der Ordnung. Ist doch mit meinem Namen der Begriff eines berühmten, reich begabten und der Menschheit zweifellos nützlichen Mannes eng verbunden. Ich bin arbeitsam und ausdauernd wie ein Kamel, was von Wichtigkeit ist, und ich besitze Talent, was von noch größerer Wichtigkeit ist. Außerdem bin ich, beiläufig gesagt, ein wohlerzogener, bescheidener, ehrenhafter Mensch. Niemals habe ich meine Nase in Literatur und Politik hineingesteckt, habe nie durch Polemik mit Unwissenden populär zu werden gesucht, nie Reden bei Diners oder am Grabe von Kollegen gehalten. Überhaupt haftet an meinem Gelehrtennamen kein Flecken, und mein Name hat keinen Grund sich zu beklagen. Er ist glücklich. Der Träger dieses Namens, also mein Ich, ist ein Mann von zweiundsechzig Jahren, mit kahlem Kopfe, falschen Zähnen und einem unheilbaren Gesichtsschmerz, einem ~tic~. So glänzend und schön mein Name ist, ebenso trübselig und häßlich bin ich selbst. Kopf und Hände zittern mir vor Schwäche; mein Hals hat, wie bei der Heldin einer Turgenjewschen Erzählung, Ähnlichkeit mit dem Griffe eines Kontrabasses; die Brust ist eingefallen, der Rücken schmal. Wenn ich spreche oder Vorlesung halte, so zieht sich mein Mund schräg nach der Seite hin; wenn ich lächle, so bedeckt sich mein ganzes Gesicht mit greisenhaften, starren Runzeln. An meiner ganzen kläglichen Figur ist nichts, was Interesse erwecken könnte; nur etwa wenn ich an meinem Gesichtsschmerz krank bin, tritt bei mir ein gewisser besonderer Ausdruck hervor, der wohl bei jedem, der mich ansieht, den ernsten, bedeutsamen Gedanken hervorruft: »Wahrscheinlich wird dieser Mensch bald sterben.« Ich trage bei meinen Vorlesungen, wie früher, nicht schlecht vor; wie in früheren Zeiten vermag ich die Aufmerksamkeit der Hörer zwei Stunden lang zu fesseln. Über meiner Wärme für den Gegenstand, der Klarheit der Erörterung und dem guten Humor, den ich dabei entwickele, vergißt man fast die Mängel meiner Stimme, die trocken und scharf ist und etwas Singendes hat, wie man es sonst bei Frömmlern findet. Das Schreiben dagegen gelingt mir schlecht. Jener Teil meines Gehirnes, der die schriftstellerische Fähigkeit dirigieren soll, versagt den Dienst. Mein Gedächtnis ist schwach geworden, meinem Denken fehlt die nötige Folgerichtigkeit, und sobald...

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This is the journal of Nikolai Stepanovich, a celebrated medical professor in his sixties. On the surface, his life is a success story. But as he writes, we see the cracks. His lectures feel empty, his relationship with his wife is cold, and he feels disconnected from his adopted daughter, Katya, the one person he truly cares for. The story follows him as he goes through the motions of his prestigious life, all while being slowly consumed by a profound sense of meaninglessness. There's no villain, no major event—just the daily erosion of purpose.

Why You Should Read It

This book got under my skin. Chekhov doesn't give us a hero having a midlife crisis; he shows us a thoughtful man who has checked every box for a 'good life' and found the package empty. It's scary because it's so quiet and honest. You keep waiting for him to find an answer, a grand revelation, but life isn't like that. His struggle with Katya, who is also lost in her own way, is heartbreaking. It’s a masterclass in showing how loneliness can exist right in the middle of a busy life.

Final Verdict

Perfect for anyone who’s ever had a quiet moment of doubt about the path they're on. It's not a depressing read, but a deeply thoughtful one. If you like stories with lots of action, this isn't it. But if you want to spend time inside the mind of a brilliantly written character facing the biggest question there is, you need to pick this up. It's a short, powerful classic that feels incredibly modern.



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Carol Martin
1 month ago

Simply put, it challenges the reader's perspective in an intellectual way. Exactly what I needed.

Susan Rodriguez
4 months ago

This book was worth my time since the narrative structure is incredibly compelling. Thanks for sharing this review.

Margaret Lee
6 months ago

Beautifully written.

Joshua Harris
5 months ago

I came across this while browsing and it provides a comprehensive overview perfect for everyone. Worth every second.

4
4 out of 5 (4 User reviews )

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