Zu stark für dies Leben : Als Fortsetzungsroman im »Vorwärts« (1927) by Heilbut

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By Ava Marino Posted on Nov 15, 2025
In Category - Expedition Notes
Heilbut, Iwan, 1898-1972 Heilbut, Iwan, 1898-1972
German
Have you ever read a book that was lost to history? I just found one. 'Zu stark für dies Leben' ('Too Strong for This Life') was serialized in a German newspaper in 1927 and then... vanished. It's a raw, gritty story about a boxer named Paul who's trying to fight his way out of poverty in Weimar-era Berlin. But the real fight isn't in the ring—it's against a society that seems stacked against him. It feels shockingly modern, like a forgotten Black Mirror episode from a hundred years ago. If you like stories about underdogs and social justice, this rediscovered gem will hit you hard.
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Grahl vor dem Buch stand, leise murmelnd addierte und schrieb. „Wir wären wieder die letzten ...“ sagte Herr Uri mit einem Seufzer. Der Alte nickte und murmelte fort. „Kommen Sie mit mir,“ forderte Uri auf, „Sie versäumen sonst gewiß noch die Zeit. Und Sie wissen, von welcher Wichtigkeit die Versammlung ist, die heute abend zu den geplanten Entlassungen Stellung nimmt. Nicht _ein_ Mann von unserer Fakturenabteilung darf fehlen.“ „Kann ich denn?“ fragte Grahl und ein Lächeln, das beinahe schmerzlich zu nennen war, zog seinen schmalen Mund in die Breite. „Ich bin so entsetzlich im Rückstand mit meiner Arbeit. Sehen Sie, jenen Haufen Fakturen habe ich geprüft – und dieser Haufen bleibt mir zu prüfen übrig. Sie bemerken, daß dieser der größere von beiden ist. Ich soll bis zum dritten Oktober die Arbeit beendet haben, Sie wissen, bis dahin müssen die Rechnungen fertig zur Zahlung sein. Also vier Tage ... Aber wie soll ich – wie kann ich – wie werde ich fertig – wenn eben kein Wunder eintritt ...“ „Unmöglich, Herr Grahl,“ sagte Uri entschieden, „unmöglich, daß Sie, als Mitglied der Angestelltenvertretung fehlen.“ „Ich kann aber ... ich kann aber nicht ... Sie sehen doch selber ... Mein Gott, ich will ja nicht leugnen, daß ich den Kollegen durch das Mandat, das ich habe, verpflichtet bin. Aber bin ich nicht noch fester an meine Verpflichtung zur _Arbeit_ gebunden, die mir die Firma bezahlt? Sehen Sie, ich gehe demnächst in die Sechzig. Und während meiner ganzen Laufbahn an diesen Pulten, länger als sechsundzwanzig Jahre, hat noch niemand Grund gefunden, zu sagen: Dieser Grahl ist nicht so verläßlich als man es wünschte. – Soll mir das nun mit grauen Haaren zum ersten Male passieren?“ Er machte eine Bewegung, um die Brille besser vor’s Auge zu rücken, und schrieb. Nach einer kleinen Weile, indessen Uri ihm stumm zugesehen hatte, sagte Grahl, als ob er alles, was er gesprochen, noch einmal bei sich wiederholt hätte, gleichsam abschließend: „Na ja. Das ist doch erklärlich –?“ Darauf sagte Uri – und er versuchte deutlich, seinen Worten Wichtigkeit zu verleihen: „Erklärlich? Erklärlich wäre es mir, Herr Grahl, wenn Sie eine halbe Stunde vor Beginn der Versammlung zur Stelle wären. _Das_ wäre erklärlich.“ Grahl blickte ihn an. „Nicht ich allein meine,“ fuhr Uri fort, „daß Sie, lieber Kollege Grahl, mehr noch als irgendein anderer, Vorteil finden, wenn heute Abend unsere Resolution stark und einig herauskommt.“ „Ich?“ Grahl riß die Brille herunter und starrte den Sprecher erschrocken an. „Ich? Meinen Sie ... ich?“ Und mit einemmal flog das schmerzliche Lächeln um den Mund, es wollte sich unter dem grauen hängenden Schnurrbart verstecken – aber Uri wußte bereits, daß Grahl ihn verstanden hatte. „Ja,“ sagte er, mit ein wenig schauspielerischem Affekt, „Sie und kein anderer.“ Und scheinbar, um seinen werdenden Sieg recht zu genießen, fügte er hinzu: „Kommen Sie _nun_ mit?“ Er hätte das nicht zu fragen brauchen, denn er sah, daß Grahl in nervöser Eile die Papiere zusammenschob, das Buch auf dem Boden gegen die Pultseite lehnte und schnell seine Utensilien im Innern verschloß. Er lief, vornübergebeugt, zur Garderobe, und als er in Hut und Ueberrock, aber mit ungewaschenen Händen und ein wenig schnaufend, zurückkam, rief er – es sollte Humor sein: „So ist der Mensch! Mich hätte nichts vermocht, mein Pult zu verlassen, als dieser Gedanke an meine eigene Existenz. Meinen Sie wirklich,“ fügte er leiser hinzu, „meinen Sie wirklich, ich ... ich befände mich in Gefahr? Aber, mein Gott, das ist doch unmöglich zu denken! Bin ich nicht siebenundzwanzig Jahre im Dienst? – Wir müssen den anderen Ausgang nehmen, um diese Zeit hat der Hauswart das große...

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Ivan Heilbut's 1927 serialized novel, rescued from the archives of the socialist newspaper Vorwärts, drops you straight into the grimy, vibrant streets of Weimar Berlin. It’s not about glittering cabarets, but the struggle to survive.

The Story

The story follows Paul, a young laborer who turns to boxing as his one shot at a better life. We see him train, fight, and hustle, all while navigating a city full of sharp divides between rich and poor. His journey is less about championship belts and more about dignity—can he keep his spirit intact while using his body as a tool to climb out of poverty? The tension builds with every installment, making you wonder if the system will break him before he can break through.

Why You Should Read It

What grabbed me was how current it feels. Paul’s battles with economic insecurity, exploitative bosses, and the lure of easy money echo conversations we’re still having today. Heilbut doesn’t write Paul as a flawless hero; he’s frustrated, sometimes makes bad choices, but you’re always rooting for him. Reading it in its original serial form adds a neat layer—you can imagine workers in 1927 reading each chapter, debating Paul’s next move over their morning paper.

Final Verdict

This is a must-read if you love character-driven historical fiction or are fascinated by the Weimar Republic beyond its usual art-deco glamour. It’s also perfect for anyone who believes great stories can be found in forgotten places. Think of it as a punchy, political drama that history almost forgot to save for us.



📚 Legal Disclaimer

This text is dedicated to the public domain. Distribute this work to help spread literacy.

Jennifer King
1 year ago

Recommended.

Kevin Lopez
10 months ago

To be perfectly clear, the plot twists are genuinely surprising. Absolutely essential reading.

Donna Perez
9 months ago

Great reference material for my coursework.

4.5
4.5 out of 5 (3 User reviews )

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