Wilhelm Hauffs sämtliche Werke in sechs Bänden. Bd. 6 by Wilhelm Hauff

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By Ava Marino Posted on Nov 15, 2025
In Category - Expedition Notes
Hauff, Wilhelm, 1802-1827 Hauff, Wilhelm, 1802-1827
German
Ever felt like you've stumbled into a story that wasn't meant for you? That's the unsettling magic of Wilhelm Hauff's final works. This sixth volume isn't just a collection; it feels like peeking into the writer's workshop right as the candle is about to burn out. You get the sense of a brilliant young mind racing against time, leaving behind these vivid, sometimes half-formed ideas. It's less about neat conclusions and more about the raw creative spark. If you love seeing where stories come from, this is a fascinating and strangely moving read.
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Die Königin stützte die Stirne in die Hand und schwieg sinnend. »Und woher soll es denn,« fragte die Königin, »kommen, Märchen, daß sich die Leute da unten so geändert haben?« »Sieh, die Menschen haben kluge Wächter aufgestellt, die alles, was aus deinem Reich kommt, o Königin Phantasie! mit scharfem Blicke mustern und prüfen. Wenn nun einer kommt, der nicht nach ihrem Sinne ist, so erheben sie ein großes Geschrei, schlagen ihn tot oder verleumden ihn doch so sehr bei den Menschen, die ihnen aufs Wort glauben, daß man gar keine Liebe, kein Fünkchen Zutrauen mehr findet. Ach! Wie gut haben es meine Brüder, die Träume, fröhlich und leicht hüpfen sie auf die Erde hinab, fragen nichts nach jenen klugen Männern, besuchen die schlummernden Menschen und weben und malen ihnen, was das Herz beglückt und das Auge erfreut!« »Deine Brüder sind Leichtfüße,« sagte die Königin, »und du, mein Liebling, hast keine Ursache, sie zu beneiden. Jene Grenzwächter kenne ich übrigens wohl; die Menschen haben so unrecht nicht, sie aufzustellen; es kam so mancher windige Geselle und tat, als ob er geradeswegs aus meinem Reiche käme, und doch hatte er höchstens von einem Berge zu uns herübergeschaut.« »Aber warum lassen sie dies mich, deine eigene Tochter, entgelten?« weinte Märchen. »Ach! wenn du wüßtest, wie sie es mir gemacht haben; sie schalten mich eine alte Jungfer und drohten, mich das nächste Mal gar nicht mehr hereinzulassen.« »Wie, meine Tochter nicht mehr einzulassen?« rief die Königin, und Zorn erhöhte die Röte ihrer Wangen. »Aber ich sehe schon, woher dies kommt; die böse Muhme hat uns verleumdet!« »Die Mode? Nicht möglich!« rief Märchen. »Sie tat ja sonst immer so freundlich.« »Oh! Ich kenne sie, die Falsche,« antwortete die Königin, »aber versuche es ihr zum Trotze wieder, meine Tochter; wer Gutes tun will, darf nicht rasten.« »Ach Mutter! wenn sie mich dann ganz zurückweisen, oder wenn sie mich verleumden, daß mich die Menschen nicht ansehen oder einsam und verachtet in der Ecke stehen lassen?« »Wenn die Alten, von der Mode betört, dich gering schätzen, so wende dich an die Kleinen; wahrlich, sie sind meine Lieblinge, ihnen sende ich meine lieblichsten Bilder durch deine Brüder, die Träume, ja, ich bin schon oft selbst zu ihnen hinabgeschwebt, habe sie geherzt und geküßt und schöne Spiele mit ihnen gespielt; sie kennen mich auch wohl, sie wissen zwar meinen Namen nicht, aber ich habe schon oft bemerkt, wie sie nachts zu meinen Sternen herauflächeln und morgens, wenn meine glänzenden Lämmer am Himmel ziehen, vor Freude die Hände zusammenschlagen. Auch wenn sie größer werden, lieben sie mich noch, ich helfe dann den lieblichen Mädchen bunte Kränze flechten, und die wilden Knaben werden stiller, wenn ich auf hoher Felsenspitze mich zu ihnen setze, aus der Nebelwelt der fernen blauen Berge hohe Burgen und glänzende Paläste auftauchen lasse und aus den rötlichen Wolken des Abends kühne Reiterscharen und wunderliche Wallfahrtszüge bilde.« »O die guten Kinder!« rief Märchen bewegt aus. »Ja, es sei! Mit ihnen will ich es noch einmal versuchen.« »Ja, du gute Tochter,« sprach die Königin. »Gehe zu ihnen; aber ich will dich auch ein wenig ordentlich ankleiden, daß du den Kleinen gefällst und die Großen dich nicht zurückstoßen; siehe, das Gewand eines Almanach will ich dir geben.« »Eines Almanach, Mutter? Ach! -- ich schäme mich so vor den Leuten zu prangen.« Die Königin winkte, und die Dienerinnen brachten das zierliche Gewand eines Almanach. Es war von glänzenden Farben, und schöne Figuren eingewoben. Die Zofen flochten dem schönen Märchen das lange Haar; sie banden ihr goldene Sandalen unter die Füße und hingen ihr dann das Gewand um. Das bescheidene Märchen wagte nicht...

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This sixth and final volume of Wilhelm Hauff's collected works is a unique beast. Published after his tragically early death at 25, it feels less like a polished book and more like a literary treasure chest. Inside, you'll find a mix of his later fairy tales, fragments of unfinished novels, travel sketches, and poems. There's no single plot, but a collection of worlds—some fully realized, others just beginning to take shape.

The Story

Don't expect one continuous narrative. Think of it as a gallery of Hauff's final thoughts. You might read a chilling, complete story like "The Inn in the Spessart," where travelers share tales to ward off danger. Then, you'll turn the page and find the opening chapters of a historical novel he never finished, or a vivid description of a journey through the Tyrolean Alps. The book jumps from genre to genre, united only by Hauff's distinctive voice—a blend of Romantic wonder and sharp, sometimes cynical, observation.

Why You Should Read It

Reading this volume is a profoundly different experience from reading his famous, polished fairy tales. There's an intimacy here. You're witnessing the creative process, complete with its false starts and brilliant flashes. The unfinished pieces are frustrating in the best way—you're left imagining where they could have gone. It makes you acutely aware of the talent the world lost so young. The travel writings are a particular highlight, showing his keen eye for character and place beyond the realm of fantasy.

Final Verdict

This isn't the book to start with if you're new to Hauff (begin with The Caravan or The Inn in the Spessart). But for anyone who's already a fan, or for readers fascinated by literary history and the 'what might have been,' it's essential. It's for the curious reader who doesn't mind a journey without a clear map, who finds beauty in the sketch as well as the finished painting. A poignant and captivating glimpse into a genius cut short.



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Kevin Johnson
2 months ago

Comprehensive and well-researched.

3
3 out of 5 (1 User reviews )

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