Mitteilungen aus den Memoiren des Satan by Wilhelm Hauff

(3 User reviews)   4463
By Ava Marino Posted on Nov 15, 2025
In Category - Expedition Notes
Hauff, Wilhelm, 1802-1827 Hauff, Wilhelm, 1802-1827
German
Ever wonder what the Devil's diary would look like? That's the wild premise of this 1820s German novel that somehow slipped through the cracks of time. The book presents itself as the discovered memoirs of Satan himself, chronicling his mischievous adventures through human history. It's not a horror story—it's surprisingly witty and philosophical. The main question isn't whether the Devil exists, but what his personal take on humanity's greatest follies would be. Imagine a cynical, immortal observer dropping truth bombs about greed, vanity, and power across the centuries. It's like historical fiction meets supernatural satire, with a narrator who has seen it all and isn't impressed. If you like stories that play with perspective and don't take themselves too seriously, this hidden gem is calling your name.
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Hellwege Tod mit ihren vier Töchtern Sommer und Winter gelebt hatte. Eine reiche Erziehung, die mit gutem Grunde die Einsamkeit der Heide und die schwerfällige Besonnenheit der Torfbauern aufgesucht hatte, blieb unvollendet. Vor den Kindern stand das Leben mit einer fragenden Geste; die Mutter hatte eine Antwort bekommen, konnte sie ihnen aber nicht mehr sagen. Da stand nun der Sarg. Er ruhte auf zwei Holzblöcken, die inmitten der Diele auf der Strohmatte standen. Es war ein hoher, dämmeriger Raum. Im Hintergrunde führten rechts und links Türen nach draußen; sie waren bis zu Kopfeshöhe geschlossen. Durch den Ausschnitt darüber quoll warmes Licht; in breiten Schichten flirrten Sonnenstäubchen. Sie berührten das Kopfende des Sarges. Hinten saß ein grünschwarzes Dunkel, das die Rückwand der Diele trauernd verhüllte. Vorn standen Schranke und alte Truhen an den bläulichweiß gekalkten Wänden, die in dem Trauerschmuck geringelter Eichenlaubgirlanden befremdet und ernst nach der Mitte blickten. Zu Füßen des Sarges lagen bäuerische Kränze in robusten Farben, noch warm von der Mittagsonne, die stundenlang auf sie herniedergebrannt hatte. Die vordere Tür stand weit offen, und draußen auf Kieswegen und Rasenflecken war gelbes Licht. Ein surrendes Geräusch kam von der geschwärzten Decke herab, wo Fliegen und Mücken durcheinanderschwirrten, und ab und zu ein leise kratzendes Klirren der Eichenblätter an den Wänden. Sehr einsam stand der Sarg. Eine breite Stille hatte sich um ihn gelagert und wachte bei ihm. Durch die Tür guckte mit scheuem Glucksen ein Huhn, aber es traute sich nicht herein und lief mit federndem Schritt wieder auf den Rasen. Das Licht ging weiter und stand als ein graugoldener Streifen hinter dem Sarge. Langsam sank der Sarg in Schatten. Plötzlich kam eine Bewegung in das Licht. Es irrte umher und sammelte sich dann in einer Fülle von blaßblondem Haar, das über schmale Schultern herabflutete. Evelyn trat schüchtern an den Sarg. Sie legte einen großen Strauß Wiesen-Vergißmeinnicht auf den schwarzen Deckel. Wie waren die Knöchel über den kindlichen nackten Füßen fein und intelligent! -- Sie schob einen Kranz zurecht. »Da ist nun mein süßes Muttel drin!« Die Oberlippe zog sich in die Höhe, und die graublauen Augen sahen in Fernen. Da glitten ihre Kinderjahre rauschend vorüber, und in Nebeln stand die Zukunft hinter ihnen. Sie machte eine Bewegung mit der Hand und ging nach der Tür, die vorn zum Wohnzimmer führte. Die wurde von innen geöffnet. Marianne erschien auf der Schwelle. »Hast du ihr Blumen gebracht?« fragte sie die Kleine. »Vergißmeinnicht!« Marianne trat auf die Diele. Ihr junger Körper spottete des einfachen Konfirmationskleides, das für seine weichen Formen zu eng war. Der Stoff konnte die vollen Arme, die Linie der Hüften nicht verhüllen. Aus den Ärmeln, die viel zu kurz waren, hingen die weißen Hände weit heraus. »Es ist schön hier!« sagte sie langsam und blieb vor den Kränzen stehen. Evelyn hatte den Kopf auf die Seite geneigt. »Möchtest du da drin liegen?« fragte sie. »Ich denke es mir schön,« fuhr sie nach einer Weile fort. »Ganz lang sich ausstrecken, den Kopf nach hinten gelehnt, und mein Haar so über die linke Schulter herüber.« Sie faßte ihren blonden Reichtum mit beiden Händen und strich mit den Fingern weich darüber hin. Marianne blickte sie scheu an. »Und dann in die Erde?« »Und dann liegen meine Hände auf dem Haar, hoch oben über der Brust, weißt du, und zwischen den Fingern halte ich Vergißmeinnicht,« sie überlegte einen Augenblick, »oder Margueriten --, was sieht zu meinem Haar besser aus, Marianne?« Marianne schüttelte den Kopf. »Und meine Augen mache ich leise zu, aber ich fühle die Sonne.« »Du bist doch tot!« unterbrach Marianne schwerfällig. »Nachher kommen Männer und legen einen schweren Deckel über...

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Let's get this straight: this isn't your typical demonic horror. Published in the 1820s by a German writer who died tragically young, it's a book that feels way ahead of its time.

The Story

The book is framed as a set of papers found and published by a fictional editor. These are the supposed personal memoirs of the Devil. He doesn't just sit around in hell; he's an active participant-observer in human affairs. The narrative jumps through different eras and settings, with Satan often in disguise, nudging events or simply watching the spectacle of human ambition, love, and foolishness unfold. He's less a monster and more a profoundly bored, immortal critic with front-row seats to our greatest hits and misses.

Why You Should Read It

What grabbed me was the voice. This Devil is sarcastic, intelligent, and weirdly compelling. He's not just evil for evil's sake; he's a mirror held up to human nature, reflecting our own capacity for cruelty and vanity. Hauff uses this supernatural narrator to critique society, religion, and politics in a way that feels sharp and surprisingly modern. It's darkly funny and makes you think: if the ultimate outsider wrote a Yelp review of humanity, what would it say?

Final Verdict

Perfect for readers who enjoy classic literature with a twist, fans of satirical fantasy like Voltaire's Candide, or anyone tired of predictable narrators. It's a short, smart, and subversive ride from an author who left us wondering what else he could have written. Don't expect a linear plot; come for the unique premise and stay for the devilish commentary.



📚 Copyright Free

This content is free to share and distribute. Thank you for supporting open literature.

Edward Young
1 year ago

I was skeptical at first, but the flow of the text seems very fluid. One of the best books I've read this year.

Sarah Walker
1 year ago

Helped me clear up some confusion on the topic.

Michelle Wilson
11 months ago

Loved it.

5
5 out of 5 (3 User reviews )

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