Kontrovers-Predigt über H. Clauren und den Mann im Mond by Wilhelm Hauff

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By Ava Marino Posted on Nov 15, 2025
In Category - Expedition Notes
Hauff, Wilhelm, 1802-1827 Hauff, Wilhelm, 1802-1827
German
Ever wonder what happens when a young writer gets fed up with a bestselling author's nonsense? That's exactly what you get in this short, sharp, and surprisingly funny 19th-century literary smackdown. Wilhelm Hauff, just 23 years old, takes direct aim at Heinrich Clauren, whose wildly popular but trashy romance novels were everywhere. Hauff doesn't just criticize; he writes a fake sequel to one of Clauren's books, 'The Man in the Moon,' to prove how ridiculous the whole thing is. It's a bold, risky move that lands him in hot water. This isn't a dry essay—it's a passionate, witty takedown from a guy who believed stories should be better. Think of it as a historical episode of literary drama, where the pen is mightier than the sword, and the jokes are surprisingly fresh.
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ihrer Gegner auf dem kirchlichen Rednerstuhl gesprochen haben. Berühmte Kanzelredner neuerer Zeit haben oft und viel zum Beispiel über das Theater gepredigt oder über das Tanzen am Sonntag oder über das Singen unzüchtiger Lieder, andere wieder über das Spielen, namentlich das Kartenspielen, und einen habe ich gehört, der in einer Vesperpredigt das Schachspiel in Schutz nahm und nur bedauerte, daß es ein Heide erfunden. Und wenn es die Pflicht des Redners ist, meine Freunde, der Gemeinde darzutun, welchen Irrtümern sie sich hingebe, welche bösen Gewohnheiten unter ihr herrschen, wenn es die Natur der Sache erfordert, bei einer solchen Aufdeckung von Irrtümern und böslichen Gewohnheiten bis ins einzelne und kleinste zu gehen, weil oft gerade dort, recht ins Auge fallend, der Teufel nachgewiesen werden kann, der darin sein Spiel treibt, so kann es niemand befremden, wenn wir nach Anleitung der Textesworte mit einander eine Betrachtung anstellen über: DEN MANN IM MOND von H. Clauren; und zwar betrachten wir: I. Wer und was ist dieser Mann im Mond? Oder--was ist sein Zweck auf dieser Welt? II. Wie hat er diesen Zweck verfolgt? und wie erging es ihm auf dieser Welt? I. _Andächtige Zuhörer_! Kontroverspredigern, namentlich solchen, die vor einer so großen Versammlung reden, kommt es zu, den Gegenstand ihrer Betrachtung so klar und deutlich als möglich vor das Auge zu stellen, damit jeder, wenn ihn auch der Herr nicht mit besonderer Einsicht gesegnet hat, die Sache, wie sie ist, sogleich begreife und einsehe. Es hat in unserer Literatur nie an sogenannten _Volksmännern_ gefehlt, das heißt an solchen, die für ein großes Publikum schrieben, das, je allgemeiner es war, desto weniger auf wahre Bildung Anspruch machen konnte und wollte. Solche Volksmänner waren jene, die sich in den Grad der Bildung ihres Publikums schmiegten, die eingingen in den Ideenkreis ihrer Zuhörer und Leser und sich, wie der Prediger Abraham a Sancta Clara, wohl hüteten, jemals sich höher zu versteigen, weil sie sonst ihr Publikum verloren hätten. Diese Leute handelten bei den größten Geistern der Nation, welche dem Volke zu hoch waren, Gedanken und Wendungen ein, machten sie nach ihrem Geschmack zurecht und gaben sie wiederum ihren Leuten preis, die solche mit Jubel und Herzenslust verschlangen. Diese Volksmänner sind die Zwischenhändler geworden und sind anzusehen wie die Unternehmer von Gassenwirtshäusern und Winkelschenken. Sie nehmen ihren Wein von den großen Handlungen, wo er ihnen echt und lauter gegeben wird; sie mischen ihn, weil er dem Volke anders nicht munden will, mit einigem gebrannten Wasser und Zucker, färben ihn mit roten Beeren, daß er lieblich anzuschauen ist, und verzapfen ihn ihren Kunden unter irgend einem bedeutungsvollen Namen. Diese Gassenwirte oder Volksmänner treiben aber eine schändliche und schädliche Wirtschaft. Sie fühlen selbst, daß ihr Gebräu sich nicht halten würde, daß es den Ruf von Wein auf die Dauer nicht behalten könnte, wenn er nicht auch _berausche_. Daher nehmen sie Tollkirschen und allerlei dergleichen, was den Leuten die Sinne schwindelnd macht; oder, um die Sache anders auszudrücken, sie bauen ihre Dichtungen auf eine gewisse Sinnlichkeit, die sie, wie es unter einem gewissen Teil von Frauenspersonen Sitte ist, künstlich verhüllen, um durch den Schleier, den sie darüber gezogen haben, das lüsterne Auge desto mehr zu reizen. Sie kleiden ihr Gewerbe in einen angenehmen Stil, der die Einbildungskraft leicht anregt, ohne den Kopf mit überflüssigen Gedanken zu beschweren; sie geben sich das Ansehen von heiterem, sorglosem Wesen, von einer gewissen gutmütigen Natürlichkeit, die lebt und leben läßt; sie sind arglose Leute, die ja nichts wollen, als ihrem Nebenmenschen seine "oft trüben Stunden erheitern" und ihn auf eine natürliche, unschuldige Weise ergötzen. Aber gerade dies sind die Wölfe in Schafskleidern, das ist...

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Picture this: Germany, 1820s. A writer named Heinrich Clauren is churning out cheap, sentimental romance novels under a fake name, and they're selling like crazy. A young, ambitious author named Wilhelm Hauff has had enough. He thinks this stuff is terrible for readers and for literature itself.

The Story

Hauff doesn't just write a grumpy review. He goes for the jugular. He publishes a 'Controversial Sermon'—a fiery pamphlet that tears Clauren's work apart. But the real kicker? He secretly writes a parody sequel to Clauren's hit novel, The Man in the Moon, full of over-the-top melodrama and silly plot twists, and publishes it as if Clauren wrote it himself. When the hoax is revealed, it causes a huge scandal. Clauren is humiliated and furious, and he actually sues Hauff. The whole affair becomes a public spectacle about art, honesty, and what makes a good story.

Why You Should Read It

What's amazing is how modern this feels. Hauff isn't some stuffy critic; he's a passionate fan of good writing who's sick of seeing the bad stuff win. His arguments about commercial trash versus real art could be about today's TV shows or blockbuster movies. You can feel his energy and his nerve on every page. It's a short read, but it packs a punch—you're watching a brilliant young mind defend his beliefs with humor and sheer guts.

Final Verdict

This is a perfect little gem for anyone who loves books about books, or a juicy story about artistic feuds. If you enjoy seeing an underdog call out the establishment, or if you've ever rolled your eyes at a bestselling book and thought 'I could do better,' you'll get a kick out of Hauff's audacity. It's a snapshot of literary history that still feels alive and relevant.



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Ava Lee
1 year ago

Honestly, the flow of the text seems very fluid. Definitely a 5-star read.

James White
1 year ago

Clear and concise.

Daniel Anderson
1 year ago

I have to admit, the flow of the text seems very fluid. Definitely a 5-star read.

Jackson Scott
1 year ago

Loved it.

Jessica Garcia
6 months ago

Based on the summary, I decided to read it and the depth of research presented here is truly commendable. A valuable addition to my collection.

4
4 out of 5 (12 User reviews )

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