Die Schwestern Hellwege : Roman by Otto Gysae

(10 User reviews)   6245
By Ava Marino Posted on Nov 15, 2025
In Category - Expedition Notes
Gysae, Otto, 1877-1947 Gysae, Otto, 1877-1947
German
Ever wonder what secrets lurk behind the proper doors of a respectable family? That's exactly what pulled me into 'Die Schwestern Hellwege.' This isn't a fast-paced thriller, but a slow-burning, character-driven puzzle set in a world of strict social rules. We follow the Hellwege sisters—women bound by duty and appearances. But something is simmering beneath the surface. The real mystery isn't a single crime, but the quiet tensions and unspoken truths that threaten to shatter their carefully constructed lives. If you love getting to know complex characters and peeling back the layers of family dynamics, this book is a fascinating, atmospheric read. It feels like peeking through a keyhole into another time.
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Hellwege Tod mit ihren vier Töchtern Sommer und Winter gelebt hatte. Eine reiche Erziehung, die mit gutem Grunde die Einsamkeit der Heide und die schwerfällige Besonnenheit der Torfbauern aufgesucht hatte, blieb unvollendet. Vor den Kindern stand das Leben mit einer fragenden Geste; die Mutter hatte eine Antwort bekommen, konnte sie ihnen aber nicht mehr sagen. Da stand nun der Sarg. Er ruhte auf zwei Holzblöcken, die inmitten der Diele auf der Strohmatte standen. Es war ein hoher, dämmeriger Raum. Im Hintergrunde führten rechts und links Türen nach draußen; sie waren bis zu Kopfeshöhe geschlossen. Durch den Ausschnitt darüber quoll warmes Licht; in breiten Schichten flirrten Sonnenstäubchen. Sie berührten das Kopfende des Sarges. Hinten saß ein grünschwarzes Dunkel, das die Rückwand der Diele trauernd verhüllte. Vorn standen Schranke und alte Truhen an den bläulichweiß gekalkten Wänden, die in dem Trauerschmuck geringelter Eichenlaubgirlanden befremdet und ernst nach der Mitte blickten. Zu Füßen des Sarges lagen bäuerische Kränze in robusten Farben, noch warm von der Mittagsonne, die stundenlang auf sie herniedergebrannt hatte. Die vordere Tür stand weit offen, und draußen auf Kieswegen und Rasenflecken war gelbes Licht. Ein surrendes Geräusch kam von der geschwärzten Decke herab, wo Fliegen und Mücken durcheinanderschwirrten, und ab und zu ein leise kratzendes Klirren der Eichenblätter an den Wänden. Sehr einsam stand der Sarg. Eine breite Stille hatte sich um ihn gelagert und wachte bei ihm. Durch die Tür guckte mit scheuem Glucksen ein Huhn, aber es traute sich nicht herein und lief mit federndem Schritt wieder auf den Rasen. Das Licht ging weiter und stand als ein graugoldener Streifen hinter dem Sarge. Langsam sank der Sarg in Schatten. Plötzlich kam eine Bewegung in das Licht. Es irrte umher und sammelte sich dann in einer Fülle von blaßblondem Haar, das über schmale Schultern herabflutete. Evelyn trat schüchtern an den Sarg. Sie legte einen großen Strauß Wiesen-Vergißmeinnicht auf den schwarzen Deckel. Wie waren die Knöchel über den kindlichen nackten Füßen fein und intelligent! -- Sie schob einen Kranz zurecht. »Da ist nun mein süßes Muttel drin!« Die Oberlippe zog sich in die Höhe, und die graublauen Augen sahen in Fernen. Da glitten ihre Kinderjahre rauschend vorüber, und in Nebeln stand die Zukunft hinter ihnen. Sie machte eine Bewegung mit der Hand und ging nach der Tür, die vorn zum Wohnzimmer führte. Die wurde von innen geöffnet. Marianne erschien auf der Schwelle. »Hast du ihr Blumen gebracht?« fragte sie die Kleine. »Vergißmeinnicht!« Marianne trat auf die Diele. Ihr junger Körper spottete des einfachen Konfirmationskleides, das für seine weichen Formen zu eng war. Der Stoff konnte die vollen Arme, die Linie der Hüften nicht verhüllen. Aus den Ärmeln, die viel zu kurz waren, hingen die weißen Hände weit heraus. »Es ist schön hier!« sagte sie langsam und blieb vor den Kränzen stehen. Evelyn hatte den Kopf auf die Seite geneigt. »Möchtest du da drin liegen?« fragte sie. »Ich denke es mir schön,« fuhr sie nach einer Weile fort. »Ganz lang sich ausstrecken, den Kopf nach hinten gelehnt, und mein Haar so über die linke Schulter herüber.« Sie faßte ihren blonden Reichtum mit beiden Händen und strich mit den Fingern weich darüber hin. Marianne blickte sie scheu an. »Und dann in die Erde?« »Und dann liegen meine Hände auf dem Haar, hoch oben über der Brust, weißt du, und zwischen den Fingern halte ich Vergißmeinnicht,« sie überlegte einen Augenblick, »oder Margueriten --, was sieht zu meinem Haar besser aus, Marianne?« Marianne schüttelte den Kopf. »Und meine Augen mache ich leise zu, aber ich fühle die Sonne.« »Du bist doch tot!« unterbrach Marianne schwerfällig. »Nachher kommen Männer und legen einen schweren Deckel über...

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Otto Gysae's novel, originally published in the early 20th century, invites us into the cloistered world of the Hellwege family. The story centers on the sisters, whose lives are governed by tradition, expectation, and the heavy weight of maintaining their social standing.

The Story

We see their world through daily routines, strained conversations, and the subtle glances that speak louder than words. There's no dramatic murder or stolen treasure here. Instead, the plot is built on the pressure of secrets, potential scandals, and the choices each sister makes—or avoids making—to keep their world intact. It's a quiet look at how people navigate love, duty, and personal desire when every move is watched.

Why You Should Read It

What grabbed me was how real the sisters felt. Gysae has a sharp eye for the small details that define a character and a relationship. You feel the stiffness of the parlor and the weight of unasked questions. The book is less about what happens and more about why people act the way they do. It's a brilliant study of internal conflict and the cages we sometimes build for ourselves, all set against a vividly painted historical backdrop.

Final Verdict

This book is perfect for readers who enjoy classic family sagas and character studies. If you like authors who explore social nuance and psychological depth—think a quieter, German cousin to some of Edith Wharton's work—you'll find a lot to appreciate here. It's a thoughtful, absorbing novel for a rainy afternoon, best enjoyed with a cup of tea and a curiosity about the hidden lives of others.



🔓 Open Access

This book is widely considered to be in the public domain. Knowledge should be free and accessible.

Daniel Flores
4 months ago

Based on the summary, I decided to read it and the plot twists are genuinely surprising. Absolutely essential reading.

Karen Nguyen
1 month ago

Without a doubt, the depth of research presented here is truly commendable. Thanks for sharing this review.

Donald Lee
1 year ago

After finishing this book, the pacing is just right, keeping you engaged. I would gladly recommend this title.

Joshua King
4 months ago

This book was worth my time since it provides a comprehensive overview perfect for everyone. Exactly what I needed.

Melissa Martinez
1 year ago

After finishing this book, the author's voice is distinct and makes complex topics easy to digest. This story will stay with me.

4.5
4.5 out of 5 (10 User reviews )

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