Was heißt: sich im Denken orientieren? by Immanuel Kant

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By Ava Marino Posted on Dec 26, 2025
In Category - Historical Travel
Kant, Immanuel, 1724-1804 Kant, Immanuel, 1724-1804
German
Hey, have you ever felt completely lost in your own thoughts? Kant's short 1786 essay 'What Does It Mean to Orient Oneself in Thinking?' tackles exactly that feeling, but in the most profound way. Imagine trying to find true north in a pitch-black room using only your own sense of direction. That's the central puzzle here. Kant isn't talking about maps; he's talking about how we find our moral and intellectual bearings when reason alone hits a wall. It's his response to a heated debate about faith versus reason, and he carves out a fascinating middle path. It's surprisingly relevant—a compact guide for anyone who's ever wrestled with a big, confusing idea and needed a way forward.
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Knechte, welche Garten und Heerde besorgen, gehören mit in diesen Kreis. Die Heerde besteht aus einem Dutzend Ziegen, vier Kühen, zwei Eseln, als Lastthieren, und einem Pferd. Wiesen und Garten sind ergiebig und die Kirschbäume gedeihen vortrefflich. Die Einrichtung des Hauses ist einfach bis zur Aermlichkeit; hölzerne Wände, Bänke, Stühle; arme kleine Betten. Die beiden engen Zimmerlein des Doctor Guggenbühl sind wahre Zellen! ein Schreibtisch, ein Bücher- und ein Apothekerschrank in dem einen -- in dem andern sein Bett, und ein großer Tisch vor einem Sopha, der für Fremde bestimmt ist -- das füllt sie; und an so wenig Bedürfnisse kann man sich gewöhnen, wenn man die eigene Person einer höheren Idee unterordnet. Die meisten Kinder haben blutarme Eltern, die nichts zahlen können. Hauptsächlich lebt und zehrt die kleine Anstalt von ihrem Eigenthum, ihrem Grund und Boden; Gemüse, Milch, Brennholz giebt es da oben. Ferner ist der Doctor Guggenbühl practischer Arzt, freilich nur in den Dörfern des Thals von Interlachen; das mag ihm einiges Einkommen verschaffen. Milde Seelen giebt es denn doch auch in der Nähe und Ferne, die sich für ein so menschenfreundliches Unternehmen durch Unterstützung theilnehmend erweisen, und ein Gotteskasten steht in dem großen Zimmer, wo der Fremde die Kinder beisammen findet. So existirt die kleine Anstalt. Gott segne und behüte sie! Hat einst die heilige Theresie gesagt als sie die Reformation des Carmeliterordens unternahm: »Theresie und 9 Dukaten, das ist sehr wenig, aber Gott, Theresie und 9 Dukaten ist genug;« hat einst der Abbé de l'Epée mit seinem geringen Einkommen von 2000 Franken zehn Jahr lang seine geliebten taubstummen Zöglinge erhalten: so wird Gott denn auch wol sorgen für die Kinder auf dem Abendberg. Ich aber habe mir das Wort gegeben die Herzen für sie zu erwärmen und zu gewinnen so sehr ich kann; denn dies ist eine große und heilige Angelegenheit der ganzen Menschheit! denn diese Armen, diese Elenden, diese Versunkenen sind unsers Geschlechts! Ja, ja! sind ebensogut unsers Geschlechts als die hohen und großen Geister, mit denen die Verwandtschaft unserm stolzen Geiste so wohl thut, sind auch mit Schmerzen von ihren Müttern geboren, sind auch mit Freuden von ihren Vätern begrüßt, sind auch bestimmt der Segnungen theilhaft zu werden, die Gott den Menschen während ihres irdischen Lebensabschnittes ertheilt, sind auch begnadet mit einer unsterblichen Seele, welche nur nicht der krankhaft irdischen Stoffe Herr werden kann, die sich um sie ballen, und für welche der Tod, mehr noch als für uns Alle, eine selige Befreiung sein wird. Keines dieser Kinder war boshaft oder hämisch; das werden sie nur da draußen, wenn man sie neckt und plagt. Im Gegentheil! die, welchen das Bewußtsein aufdämmerte waren freundlichen Gemüths, reichten ihren Pflegern die Hand, suchten sich an sie zu schmiegen, suchten sie anzulächeln, was freilich auf den armen mißbildeten Gesichtern sehr unlieblich aussah. Ein kleines Mädchen wurde gar nicht müde uns, den Fremden, die Hand zu geben, und ein siebenjähriger Knabe, kaum ellenhoch, kam mühselig an seinem Stock daher gewankt, und sah mich an so freundlich er nur konnte. Ach, sie haben ja kein andres Mittel um ihr Wohlwollen auszudrücken; denn sprechen konnte Keines. Die Buchstaben und den eignen Namen nennen konnten Einige, und das hatten sie erst da oben gelernt. Aber weil sie doch wenigstens _das_ gelernt haben, so giebt das Muth um an die Möglichkeit der Erweiterung ihrer Begriffe und Vorstellungen zu glauben. Die ersten Jahre sind für die Entwickelung des Cretinismus die gefährlichsten, die entscheidenden. Sind die Kinder in gesunder Luft und Pflege erwachsen oder auch nur herangewachsen, so dürfen sie in ihre Thäler zurückkehren ohne Furcht der Krankheit zu verfallen, doch freilich nicht mit der...

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So, this isn't a story with characters and a plot. The 'story' here is an intellectual one. In 1780s Germany, a fierce debate was raging between two philosophical heavyweights. On one side, a thinker named Friedrich Jacobi argued that pure reason inevitably leads to nihilism and that we must take a 'leap of faith.' On the other, Moses Mendelssohn championed common-sense reasoning. Kant steps into this fight with his essay, acting as a referee.

The Story

Kant sets up a simple but powerful metaphor: orienting yourself. When you're physically lost, you feel for the difference between your left and right hands. That feeling is a subjective need that helps you use an objective reference point (like the North Star). Kant says thinking works the same way. When our logical reasoning runs out of road—like when we try to grasp infinity or the ultimate foundation of morality—we need something else. We need a 'rational faith,' a feeling for what is right, to orient our thoughts. He argues this isn't blind religious faith, but a necessary compass built into how a rational person thinks about the big questions.

Why You Should Read It

I love this because it shows Kant as a problem-solver, not just a remote genius. He admits reason has limits, which feels honest. His solution—that we have an inner moral compass to guide us—is comforting and empowering. It’s like he’s giving permission to trust that gut feeling when you're philosophically adrift, as long as you've used your reason first. It’s a brilliant, concise piece of mental self-defense.

Final Verdict

This is perfect for curious readers who want a bite-sized piece of classic philosophy without committing to a giant tome like the Critique of Pure Reason. It's also great for anyone interested in the roots of debates about faith, reason, and how we make sense of a confusing world. If you've ever asked 'How do I know what's right when the answers aren't clear?' this 18th-century essay might just have a useful clue.



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James Flores
1 year ago

Honestly, the flow of the text seems very fluid. Don't hesitate to start reading.

Edward Perez
1 year ago

I came across this while browsing and the plot twists are genuinely surprising. This story will stay with me.

James Williams
2 months ago

Based on the summary, I decided to read it and the flow of the text seems very fluid. Worth every second.

5
5 out of 5 (3 User reviews )

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