Nachtgespräche by Auguste Hauschner

(9 User reviews)   4471
By Ava Marino Posted on Nov 15, 2025
In Category - Historical Travel
Hauschner, Auguste, 1850-1924 Hauschner, Auguste, 1850-1924
German
Hey, have you ever wondered what people really talk about when the lights go out? That's the heart of Auguste Hauschner's 'Nachtgespräche' (Night Conversations). It's not one story, but a collection of intimate, sometimes startling, dialogues between people in the dark. Friends, lovers, strangers—they confess secrets, argue about life's big questions, and reveal parts of themselves they'd never show in daylight. It feels incredibly modern for a book from the turn of the 20th century. If you love character-driven writing and the idea that the real drama happens after midnight, you need to pick this up. It’s a quiet, powerful look at the human soul.
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sie Rauch und Funken. Ein Zittern lief durch ihre Flanken. Sie stand still. Eine gewissermaßen gefrorene Bewegung bekundete sich in der eingekeilten Menschenmasse. Aller Wahrscheinlichkeit entgegen gelang es einigen geschickten Händen, verklemmte Türen aufzureißen. Wer konnte, kletterte hinunter, von oben wurden Fragen in die Dunkelheit geworfen. Die Unruhe hatte ihren Höhepunkt erreicht, als die Beamten kamen, Aufklärung verbreitend: Fahrtunterbrechung. Vor der nächsten Haltestelle ist ein Zug entgleist. Aufschwirrende Gerüchte von Beschädigung des Bahnkörpers, Aufreißen der Schienen, begegneten dem gleichen Achselzucken wie die Wißbegierde nach der Dauer des unfreiwilligen Aufenthalts. Immerhin mußte die Mitteilung zu denken geben: es stehe jedem frei, auszusteigen und im nächsten Dorf ein Obdach aufzusuchen oder sich in seinem Abteil einzurichten. Der Zug werde auf ein totes Gleis verschoben, wo ihn weder Störung noch Gefahr bedrohte. Ich schloß mich einer kleinen Anzahl Mitreisender an, die einem schlechten Nachtquartier den Vorzug stundenlanger Gefangenschaft in Mißgeruch und dichter Menschennähe gaben. Wir standen, ein Häuflein schwarzer Punkte, auf dem hartgefrorenen Bahnsteigboden. Soweit das Auge reichte, keine Anhäufung von Lichtern kräftig genug, um das Dasein eines Dorfes zu verraten. Nur hier und da gegen das Massiv der Nacht ein Aufblinken, als ob ein Glühwürmchen vorüberflöge. Wir schlugen aufs Geratewohl einen nach rechts abbiegenden Feldweg ein. Wortkarg marschierten wir, die erstarrten Finger von der Last des Handgepäcks zerschnitten. »Haus in Sicht!« meldete die Vorhut. Klein, unscheinbar, der Giebel saß auf dem Erdgeschoß wie eine zu weite Mütze. Das Geräusch herannahender Schritte reizte den im Inneren des Gehöfts frei umherlaufenden Hund zu einer wütenden Begrüßung. Im weiten Umkreis stimmten ihm die Brüder zu. Inmitten eines mißtönigen Bellkonzerts begannen die Verhandlungen mit dem Besitzer, der, unwirsch, eine Bildsäule der Gastfeindschaft, den Eingang mit seinem breiten Rücken sperrte. Er mochte die Zahl der Brotschnitten berechnen, die zu beschaffen wären, um so vielen Eßwerkzeugen zu genügen. Erst die Versicherung, es gehe uns vor allem um ein Feuer, den erstarrten Leichnam aufzutauen, zerbrach den langsam ausgehöhlten Widerstand. Das Fremdenzimmer wurde aufgeschlossen, der Bauch des Kachelofens mit einem Armvoll Holzscheiter gespeist, durch kleine elektrische Laternen, den Taschen einiger der Reisenden entnommen, das Dunkel notdürftig aufgehellt. Unter dem Bann des einander Fremdseins sprachen wir wenig während unserer emsigen Geschäftigkeit. Erst als der Tisch, in das mittlerweile angewärmte Klima der Ofenbank gerückt und bestellt mit freiwilligen Gaben, einen anheimelnden Anblick bot, bemächtigte sich unserer, die wir uns um ihn gesellten, trotz der Verschiedenheit der Elemente, das Gefühl einer Verbundenheit. Wir vertieften es, indem wir uns gelobten: keiner soll den Namen des anderen befragen. Der Zufallswind hat uns hereingeweht, wir können in diesem Dämmerlicht kaum unsere Züge unterscheiden. Laßt uns auch nicht wissen, wer wir sind und wie wir heißen. Entfliehen wir für eine Nacht der Wirklichkeit. So, gleichsam unter Schutz von Masken, kam uns Sicherheit und Wunsch, etwas von uns auszusagen. Selbsterlebtes? Selbsterdachtes? Wer vermochte zu ergründen, ob sich Bekenntnisse verbargen unter den Erzählungen, mit denen wir die Stunden der Gefangenschaft verkürzten? Für mich war diese Nacht die bunteste, erkenntnisreichste meines Lebens. In der Gesellschaft von Fremdlingen, in einem unbekannten Hause habe ich sie verwacht. Ich konnte zwischen Tagesende und dem Anbruch eines neuen Morgens, wie durch offene Fenster, in die Seelen von Menschen verschiedener Stände, Weltanschauungen und Religionen blicken und sie auf dem Wege einer inneren Erschütterung begleiten. Den Aufzeichnungen, die sich mein Gedächtnis machte, habe ich in den nächsten Wochen aus der Erinnerung, Form und Zusammenhang gegeben. So ist dieses Buch entstanden. Wir bestimmten, als Pfadfinder gewissermaßen, einen Vierschrötigen mit nachlässiger Haltung. Er sagte lächelnd: »Ja wissens, ich bin halt ein Deutschböhme, ein Prager. Da hat man sich sein Lebtag mit seinen lieben Mitbürgern von der anderen Nationalität...

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The Story

Forget a traditional plot. Nachtgespräche is built on a series of conversations that happen at night. We listen in as characters grapple with everything from love and betrayal to politics and the meaning of existence. A woman might confront her husband about a hidden past. Two friends might debate socialism as the city sleeps outside. The setting is often just a dark room or a quiet street, but the emotions are huge. The 'action' is all in the words—the things said, the things left unsaid, and the truths that finally come out when no one can see your face.

Why You Should Read It

Hauschner has a real gift for dialogue. She makes these conversations feel urgent and real, like you're eavesdropping. What struck me most was how current the worries and hopes of her characters feel. They're trying to figure out their place in a changing world, questioning old traditions, and searching for authentic connection. It’s a book that makes you think about your own late-night talks. The writing is sharp and clear, pulling you right into the heart of each scene without any fuss.

Final Verdict

This book is perfect for readers who love deep character studies and don’t need a fast-paced plot to stay hooked. If you enjoy authors who explore psychology and social dynamics, like Virginia Woolf or Theodor Fontane, you’ll find a kindred spirit in Hauschner. It’s also a fantastic pick for anyone interested in rediscovering overlooked women writers from history. A thoughtful, absorbing read best saved for a quiet evening.



🏛️ Copyright Free

There are no legal restrictions on this material. It serves as a testament to our shared literary heritage.

Emily Smith
11 months ago

Used this for my thesis, incredibly useful.

Steven Flores
2 weeks ago

If you enjoy this genre, the content flows smoothly from one chapter to the next. Don't hesitate to start reading.

Mark Martinez
1 year ago

Fast paced, good book.

James Jackson
1 month ago

This is one of those stories where the narrative structure is incredibly compelling. Highly recommended.

Sandra Taylor
9 months ago

I didn't expect much, but the atmosphere created is totally immersive. Exceeded all my expectations.

4.5
4.5 out of 5 (9 User reviews )

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