Klagen eines Knaben by Carl Ehrenstein

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By Ava Marino Posted on Dec 26, 2025
In Category - Historical Travel
Ehrenstein, Carl, 1892-1971 Ehrenstein, Carl, 1892-1971
German
Have you ever read something that felt like a secret diary from another century? That's 'Klagen eines Knaben' (A Boy's Lament). It's a slim, haunting book written in 1914 by Carl Ehrenstein, an Austrian poet who was just 22. It's not a novel with a big plot—it's a raw, poetic scream against everything: family, school, society, God. The 'boy' is drowning in loneliness and sees the adult world as a cruel, meaningless machine. It's dark, uncomfortable, and strangely beautiful. If you've ever felt like an outsider, this century-old cry will feel shockingly familiar.
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Tode kannte er nur Heulen und Zähneklappern. Mutter schlug ihn, Vater auch. Aufseher stieß ihn. Kinder warfen ihn her und hin. Hunde bissen ihn, und traurig fragte er sich immer: »Warum?« Als er so groß wie ein Spaten war, mußte er einem solchen dienen. Bevor noch Sonne schien, und lange nachdem sie erloschen war, ununterbrochen, hindurch den langen Zeitraum eines Tages und einer halben Nacht, mußte er das Werkzeug bedienen. Und oft schlug ihn da der Spaten auch. Einst, als er wieder von allen geschlagen war, weinte der Knabe und dachte zu sich: »Soll ich Armer denn zeit meines Lebens, da ich in Sklaverei geboren wurde, Sklave sein, gekränkt werden von Menschen, Tieren, Dingen? Soll nie Sonne mich ruhend sehen, nie Freuden und Mädchen mich freuen? Soll ich ewig arbeiten und nie leben? Kann ich das Leben nicht finden, so will ich den Tod suchen!« Der Knabe ging aber aus, das Leben zu finden, -- nicht den Tod zu suchen, doch kam er an ein weites Wasser, und da setzte er über -- das Leben . . . Ich flog über das Wasser. Lange schwebte ich mit Vögeln in der Luft, bis ich mich hinabließ, in dem Körper eines befruchteten Weibes zu landen. Menschen kamen und töteten im Namen dessen, dessen Namen sie geraubt, und dessen Worte: »Füget eurem Nächsten nicht Übles zu!« sie nicht erhört hatten, das Weib . . . Ich entging der Frucht und flog in ein fernes Meer zum Lande der schwarzen Menschen. Dort fand ich Leute vor, die sich Missionäre der großen Seele nannten, die aber Missionäre nur des eigenen Leibes waren. Sie verwirrten die Seelen der Eingeborenen, verwüsteten ihre Körper und Länder. Ich war in den Körper eines Negers gekommen. Chwala nannte ihn die Mutter, als sie ihn sah. Sie liebte ihn und tat ihm Gutes. Kamen die Weißen zu dieser Familie. Den Vater vergifteten sie mit heißem Wasser, der Mutter zerschmetterten sie den Kopf mit einem eisernen Kreuz, die Schwestern fesselten sie und nahmen sie in ihre Häuser, und Chwala und seinen jungen Brüdern zerschnitten sie die Sehnen im Knie und warfen sie in die Bergwerke zur Arbeit. In dauernder Nacht, unter der Erde, mußte Chwala graben. Faules Wasser bekam er zu trinken, faule Überbleibsel zu essen. Manchmal, wenn die Aufseher besonders stark mit dem heißen Wasser gefüllt waren, bekam er nichts als Faustschläge. Seine Wunden im Knie eiterten. Eiter fraß Fleisch und Knochen. Der Körper war aber stark und starb nicht. Ein Aufseher war über Chwala sehr erbost. In einer Nacht verlangte er von ihm, er möge ihm die Füße küssen. Chwala stand auf und stolperte. Da schlug ihn der Aufseher mit dem Eisenknauf seiner Peitsche auf die Schläfe, in das Hirn hinein. Chwala fiel hin, und der Tod kam zu ihm . . . Wieder flog ich auf, flog über weites, weites Wasser und kam zu einem noch nicht von Weißen bedreckten Lande. Ich kam zu einem hohen Volke. Sie liebten die Sonne und den Frieden. Putamajo hieß meine Trägerin. Und wieder kamen jene, die sich Diener nennen und machten sich das Volk zum Diener. Raubend vernichteten sie Volk und Land. Mit Putamajos Körper belustigten sie sich, bis er verging . . . Ich fliege weiter, komme an jemandem vorbei. Blut quillt ihm aus den Seiten, Tränen aus den Augen, und ob der Schmerzen seiner Seele weint er und sagt: »Ich habe noch umsonst gelebt und gelitten.« Ich aber höre das Wort: noch -- und nehme es mit mir im Fluge . . . Ich fliege. Weit? Ich will nicht mehr wandern, will ruhen. Wird einer müden Seele bald eine weiße...

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First published in 1914, Klagen eines Knaben (A Boy's Lament) is a prose-poem that feels more like a fever dream than a story. It’s a single, unbroken torrent of feeling from a young narrator who is completely alienated from his world.

The Story

Don't look for a traditional plot here. Instead, you step inside the mind of a sensitive, tormented boy. He rails against the hypocrisy of his family, the soul-crushing boredom of school, and the empty rituals of religion. He sees adults as grotesque figures, trapped in routines he finds absurd. The world isn't just indifferent to him; it feels actively hostile. The 'lament' is his attempt to make sense of this profound loneliness and anger, painting his inner world in vivid, sometimes shocking, images.

Why You Should Read It

This book is a punch to the gut. Ehrenstein captures that specific teenage feeling of being utterly misunderstood, but he pushes it to an extreme. It’s not whiny—it’s desperate and philosophical. Reading it, you realize how timeless that feeling of youthful rebellion really is. The language is intense and poetic, swinging between despair and a weird, defiant beauty. It’s a powerful snapshot of a pre-war generation that felt everything was fake and falling apart.

Final Verdict

This is for readers who love intense, short works that get under your skin. Think of it as a companion to The Catcher in the Rye or the poems of Arthur Rimbaud, but from early 20th-century Vienna. It’s perfect for anyone interested in expressionist literature, the roots of teenage angst in art, or just a breathtakingly raw piece of writing. Be warned: it’s bleak, but it’s unforgettable.



🔖 Copyright Free

This title is part of the public domain archive. Preserving history for future generations.

Susan Harris
2 weeks ago

From the very first page, it provides a comprehensive overview perfect for everyone. Exactly what I needed.

Elizabeth Lee
3 months ago

After hearing about this author multiple times, it manages to explain difficult concepts in plain English. A true masterpiece.

5
5 out of 5 (2 User reviews )

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