Grevinde by Hermann Heiberg

(3 User reviews)   4571
By Ava Marino Posted on Nov 15, 2025
In Category - Historical Travel
Heiberg, Hermann, 1840-1910 Heiberg, Hermann, 1840-1910
German
Hey, have you ever wondered about the real people behind those stiff portraits in old European castles? 'Grevinde' is a hidden gem that brings one of those faces to life. It follows the Countess, a woman navigating the glittering but treacherous world of the Danish aristocracy in the 1800s. On the surface, it's all lavish balls and strict social rules. But underneath, it’s a quiet, powerful story about a woman trying to find her own voice and make real choices in a society that has already written her script. It’s less about dramatic sword fights and more about the intense personal battles fought in drawing rooms and through meaningful glances. If you like character-driven historical fiction that feels authentic, give this one a try.
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dann auch rasch im Staub der Landstraße verschwindenden Gäule ein. „Wie weit ist's noch nach dem Schloß?“ warf Graf Dehn, während sich der Alte, nach ehrerbietiger Verneigung, den schweren Koffer auf die Schultern packte, hin. „Saa omtrent ti Minuter!“ (So ungefähr zehn Minuten) gab der Alte, in auffallend plattem Dänisch sprechend, zurück. Und dann setzen sie sich in Bewegung, und je mehr sie sich dem zwischen mächtigen Parkbäumen hervorschimmernden Rankholmer Schloß näherten, desto unfreier wurde dem jungen Fremden zu Mute. Schon als Knabe hatte er von seinen Eltern von dieser großen, dänischen Besitzung vernommen und jedesmal mit einem Gefühl der Beklemmung zugehört. So viel Absonderliches und Unheimliches hatte sich in den dunklen Prachtsälen, den verschwiegenen Kemenaten, den dickwandigen Turmzimmern und Fremdengemächern, aber auch auf den versteckten Treppen dieses seit Jahrhunderten bestehenden und allezeit in dem Besitz der Grafen Lavard befindlich gewesenen Schlosses abgespielt! Ein wild trotziges Geschlecht hatte dort gehaust, um Erbschaften, Geld und schöne Frauen Ränke geschmiedet und sich nicht selten ingrimmig angefeindet. Die Frau des nunmehrigen alleinigen Besitzers, des Grafen Lavard, war eine Französin aus vornehmem Geschlecht! Er hatte die sehr begüterte Vikomtesse von Verdeuil bei seiner Anwesenheit in Paris auf einem Balle beim dänischen Gesandten vor zwanzig Jahren als fünfzehnjähriges Mädchen kennen gelernt, und sie war ihm, mit einem schwermütigem Verzicht auf die unvergleichbaren Reize ihrer Heimat, hierher in die einsame nordische Welt gefolgt. Lavards besaßen zwei Töchter, Imgjor und Lucile, von denen sich die erstere, etwas ältere, zur Zeit auf Rankholm aufhielt, während sich Lucile gegenwärtig auf Reisen befand. Graf Dehns Vater und Graf Lavard hatten einst zusammen bei den dänischen Dragonern in Kopenhagen gestanden, aber ihren Abschied genommen, nachdem sie beide gelegentlich einer Urlaubsreise die ihren Augen und Herzen genehmen Frauen gefunden. Graf Dehn war eine Ehe mit einer Baronesse von Berg eingegangen. Mit ihr hatte er reiche Güter in der Lausitz geerbt und war infolgedessen nicht nur aus dem dänischen Unterthanenverbande ausgeschieden, sondern auch dorthin übergesiedelt. Immer waren jedoch die beiden Freunde in Verbindung geblieben, und nun eben ging der junge Graf Axel von Dehn, der einzige Nachkomme dieser Familie, nach Rankholm zur Brautschau. — Mitten in der Einsamkeit lag das mächtige Schloß. Nur ein zu der Herrschaft gehörendes, in einer Thalmulde malerisch hingestrecktes Dorf, mit Namen Kneedeholm, teilte diese stille Abgeschlossenheit von der Welt und der großen Heerstraße. Noch bevor die beiden Wanderer in die zu dem Schloß führende Allee eintraten, nahm Graf Dehn das Wort und richtete einige Fragen an seinen Führer. Und da er's geschickt begann, empfing er, wenn auch knappe, doch allerlei für ihn wertvolle Mitteilungen aus dem Munde des Alten. Und unter solchen lebhaften Reden gelangten sie dann an das Kastell, das seine Front einem mächtigen, freien Platz zuwandte. Da aber dieser und das Gebäude ringsum von hohen, laubreichen Bäumen und dichtem Gebüsch umschlossen waren, erschien's dem Auge, als ob Rankholm — wie ein Dornröschenschloß — mitten in einem Walde liege. Freilich war's anders! Aus den Hinterfenstern schaute man durch den zu solchem Zwecke gelichteten Park ins Thal hinab, und da lag in malerischer Schönheit und in solcher Nähe, daß man bei hellem Wetter die Häuser, Wege und Menschen aus den Schloßfenstern genau zu erkennen vermochte, das Dorf Kneedeholm mit seiner schlanken Kirche, seinen reichen Bauerhäusern und einem alten romantisch gebauten Jagdschloß vor einem. Einen überwältigenden Eindruck empfing Graf Dehn, als er nach Ueberschreiten der Schloßbrücke, die auf einen peinlich sauber gepflasterten Vorhof führte, durch das mächtige, von zwei Steinernen Löwen flankierte Portal in das Innere eintrat. Er befand sich auf einem großen, in der Mitte durch einen sprudelnden Neptunbrunnen geschmückten und von den Mauern des stolzen Gebäudes eingeschlossenen...

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Hermann Heiberg's Grevinde (which translates to 'Countess') is a beautifully observed portrait of a woman's life in 19th-century Denmark. It’s a window into a world of strict etiquette, family duty, and the subtle politics of high society.

The Story

The novel centers on the Countess, a woman of noble birth. We follow her from the expectations of her youth, through a marriage likely arranged for status, and into the complexities of her adult life. The plot isn't driven by a single, huge event, but by the accumulation of smaller moments—a stifling conversation at a salon, the weight of a family secret, the quiet yearning for something more meaningful than her prescribed role. It’s the story of her internal journey as she confronts the gap between society's demands and her own desires.

Why You Should Read It

Heiberg writes with incredible empathy. The Countess isn’t a modern heroine plopped into the past; she’s a product of her time, and her struggles feel genuine. You get a real sense of the textures of her life—the rustle of silk, the chill of a manor house, the pressure of always being observed. The book’s strength is in these quiet, sharp observations about power, gender, and the cost of maintaining appearances. It makes you think about all the histories that never made it into the official records.

Final Verdict

This is perfect for readers who love immersive historical fiction that focuses on character and atmosphere over fast-paced action. Think of it as a Danish companion to writers like Edith Wharton or Jane Austen, but with a distinctly Nordic sensibility. If you enjoy getting lost in the details of a bygone era and stories about the human spirit pressing against its constraints, Grevinde is a thoughtful and rewarding find.



📚 License Information

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Emily Davis
6 months ago

Recommended.

Barbara Wright
1 year ago

I had low expectations initially, however the atmosphere created is totally immersive. Worth every second.

Linda Martin
1 year ago

Very helpful, thanks.

5
5 out of 5 (3 User reviews )

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