Der versiegelte Engel, und andere Geschichten by N. S. Leskov

(4 User reviews)   3602
By Ava Marino Posted on Jan 2, 2026
In Category - Historical Travel
Leskov, N. S. (Nikolai Semenovich), 1831-1895 Leskov, N. S. (Nikolai Semenovich), 1831-1895
German
Hey, I just finished this incredible collection of Russian stories, and I need to tell you about it! Forget the heavy classics—this book feels like sitting by a fire listening to a master storyteller. The title story, 'The Sealed Angel,' is about a group of Old Believers who must protect their most sacred icon after it's literally sealed shut by government officials. It’s a tense, beautiful, and surprisingly funny look at faith, rebellion, and the lengths people go to preserve what they love. Leskov’s characters feel so real and full of life. If you want a taste of 19th-century Russia that’s more about human spirit than political manifestos, grab this.
Share

Read "Der versiegelte Engel, und andere Geschichten by N. S. Leskov" Online

This book is available in the public domain. Start reading the digital edition below.

START READING FULL BOOK
Instant Access    Mobile Friendly

Book Preview

A short preview of the book’s content is shown below to give you an idea of its style and themes.

Kaufleute, Bauern zusammengefunden, Russen, Mordwinen und Tschuwaschen. Auf Rang und Würden konnte man in einem solchen Nachtquartier keine Rücksicht nehmen: wohin man sich wendet, alles ist gedrängt voll, die einen trocknen sich, die anderen wärmen sich, die dritten suchen ein wenn auch noch so kleines Plätzchen, auf dem sie bleiben können. In der dunklen, niederen, mit Menschen überfüllten Stube herrscht eine schwere Schwüle und der dichte Dampf der nassen Kleider. Nirgends ist ein unbesetzter Fleck zu sehen: auf den Pritschen, dem Ofen, den Bänken, und selbst auf dem schmutzigen Erdboden, überall liegen Menschen. Der Hauswirt, ein mürrisch blickender Bauer, zeigt weder über seine Gäste, noch über den Verdienst irgendwelche Freude. Zornig schlägt er das Tor hinter den zwei Kaufleuten zu, die als letzte auf Schlitten in den Hof gekommen sind. Er schließt die Pforte ab, hängt den Schlüssel unter den Heiligenschrank und erklärt entschieden: »Nun kann kommen wer will, und wenn er mit dem Kopf ans Tor schlägt, ich mach nicht auf!« Aber kaum hatte er es gesagt, seinen weiten Schafspelz abgelegt, sich mit breiter Gebärde auf Raskolniki-Art bekreuzigt und sich fertig gemacht, auf den heißen Ofen zu klettern, als jemand zaghaft an die Scheibe klopfte. »Wer ist dort?« rief der Hauswirt mit lauter, ärgerlicher Stimme. »Wir!« antwortete es dumpf hinter dem Fenster. »Nun, was wollt ihr noch?« »Laß uns herein, um Christi willen, wir haben uns verirrt, sind ganz erstarrt.« »Seid ihr viele?« »Nicht viele, nicht viele, achtzehn im ganzen, achtzehn,« sagte stammelnd und mit den Zähnen klappernd ein anscheinend ganz erfrorener Mensch hinter der Scheibe. »Ich kann euch nicht einlassen, die ganze Stube ist mit Menschen ausgelegt.« »Laß uns nur ein wenig in die Wärme!« »Wer seid ihr denn?« »Fuhrleute.« »Mit oder ohne Fuhrwerk?« »Mit Fuhrwerken, Lieber, Felle führen wir.« »Felle! Felle führt ihr, und da wollt ihr in der Stube übernachten. Was es jetzt für Leute in Rußland gibt. Schert euch fort!« »Aber was sollen sie tun?« fragte ein Durchreisender, der auf der obersten Pritsche unter einem Bärenpelz lag. »Die Felle herunterwerfen und unter ihnen schlafen, das sollen sie tun,« antwortete der Wirt, schimpfte noch kräftig auf die Fuhrleute und legte sich dann unbeweglich auf den Ofen. Der Reisende unter dem Bärenpelz warf dem Wirte im Ton eines sehr energischen Protestes seine Härte vor, aber der würdigte seine Bemerkungen gar keiner Antwort. An seiner Statt ließ sich aus einer entfernten Ecke ein kleiner rothaariger Mensch mit einem Spitzbärtchen vernehmen. »Verurteilen Sie den Wirt nicht, bester Herr,« begann er, »er weiß das aus Erfahrung und hat es ganz richtig gesagt: unter Fellen ist es ungefährlich.« »Wirklich?« entgegnete fragend der Reisende unter dem Bärenpelz. »Ganz ungefährlich, und es ist sogar für sie selbst besser, daß er sie nicht hereinläßt.« »Warum das?« »Weil sie eine nützliche Lehre erhalten haben, und wenn jetzt jemand hilflos hierher kommt, findet er noch ein Plätzchen.« »Wen soll der Teufel jetzt noch herbringen?« sagte der Pelz. »Hör, du,« mischte sich der Wirt ein, »schwatz' kein so dummes Zeug. Soll vielleicht der Widersacher jemand herbringen, wo ein solches Heiligtum ist? Siehst du nicht dort das Erlöserbild und das Antlitz der Gottesgebärerin?« »Das ist wahr,« bekräftigte der Rothaarige, »einen erlösten Menschen führt nicht der Teufel, sondern ein Engel geleitet ihn.« »Den habe ich noch nicht gesehen, und weil es mir hier sehr widerwärtig ist, so will ich auch nicht daran glauben, daß mich mein Engel hergeführt hat,« antwortete der gesprächige Pelz. Der Wirt spuckte bloß wütend aus, aber der Rote erklärte gutmütig, daß der Engelsweg nicht für jeden sichtbar sei und daß nur der ihn begreifen könne, der darin Erfahrung habe. »Sie reden, als ob Sie selbst...

This is a limited preview. Download the book to read the full content.

Nikolai Leskov is one of those writers who should be much more famous in the West. This collection, anchored by the novella 'The Sealed Angel,' is a perfect introduction.

The Story

'The Sealed Angel' follows a community of Old Believers—a religious group persecuted in imperial Russia. When a government official places a wax seal over the eyes of their beloved miracle-working icon, it’s not just an insult; it feels like a spiritual death sentence. The story is told by a bridge builder who gets tangled up in their desperate, ingenious, and often risky plan to have the seal removed without breaking it, a mission that involves a master forger, tense nighttime meetings, and a deep question: how do you fight authority without losing your soul?

Why You Should Read It

Leskov writes with such warmth and wit. His characters aren't philosophical symbols; they're carpenters, merchants, and soldiers with thick accents and strong opinions. You get the sense he truly liked people. The conflict here isn't a simple good vs. evil. It’s about cunning versus law, community versus the state, and the quiet, stubborn power of faith. The tension is real, but so are the moments of humor and profound kindness.

Final Verdict

Perfect for anyone who loves character-driven historical fiction or folktales with real bite. If you enjoyed the earthy storytelling of someone like Mark Twain or the moral puzzles in Dostoevsky but want something a bit more down-to-earth, Leskov is your guy. This book is a hidden gem that deserves a spot on your shelf.



📜 Legal Disclaimer

The copyright for this book has expired, making it public property. Share knowledge freely with the world.

William Wilson
9 months ago

Very interesting perspective.

Daniel Williams
5 months ago

I started reading out of curiosity and it manages to explain difficult concepts in plain English. Highly recommended.

Ava Jones
3 weeks ago

Wow.

Nancy Ramirez
1 year ago

Solid story.

5
5 out of 5 (4 User reviews )

Add a Review

Your Rating *
There are no comments for this eBook.
You must log in to post a comment.
Log in


Related eBooks