Wilhelm Meisters Lehrjahre — Band 3 by Johann Wolfgang von Goethe

(4 User reviews)   3273
By Ava Marino Posted on Dec 26, 2025
In Category - Geographic History
Goethe, Johann Wolfgang von, 1749-1832 Goethe, Johann Wolfgang von, 1749-1832
German
Ever feel like you're just drifting through life, trying to figure out who you're meant to be? That's Wilhelm Meister in a nutshell. In this third part of Goethe's classic, our young hero is still on his journey, but things are getting more serious. He's left the world of theater behind, but what's next? The big question here isn't just about finding a career—it's about finding a purpose. It's a surprisingly relatable story about the pressure to 'become someone' and the winding, confusing path we all take to get there. If you've ever felt lost in your twenties (or any decade, really), Wilhelm's struggles might feel weirdly familiar.
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Grahl vor dem Buch stand, leise murmelnd addierte und schrieb. „Wir wären wieder die letzten ...“ sagte Herr Uri mit einem Seufzer. Der Alte nickte und murmelte fort. „Kommen Sie mit mir,“ forderte Uri auf, „Sie versäumen sonst gewiß noch die Zeit. Und Sie wissen, von welcher Wichtigkeit die Versammlung ist, die heute abend zu den geplanten Entlassungen Stellung nimmt. Nicht _ein_ Mann von unserer Fakturenabteilung darf fehlen.“ „Kann ich denn?“ fragte Grahl und ein Lächeln, das beinahe schmerzlich zu nennen war, zog seinen schmalen Mund in die Breite. „Ich bin so entsetzlich im Rückstand mit meiner Arbeit. Sehen Sie, jenen Haufen Fakturen habe ich geprüft – und dieser Haufen bleibt mir zu prüfen übrig. Sie bemerken, daß dieser der größere von beiden ist. Ich soll bis zum dritten Oktober die Arbeit beendet haben, Sie wissen, bis dahin müssen die Rechnungen fertig zur Zahlung sein. Also vier Tage ... Aber wie soll ich – wie kann ich – wie werde ich fertig – wenn eben kein Wunder eintritt ...“ „Unmöglich, Herr Grahl,“ sagte Uri entschieden, „unmöglich, daß Sie, als Mitglied der Angestelltenvertretung fehlen.“ „Ich kann aber ... ich kann aber nicht ... Sie sehen doch selber ... Mein Gott, ich will ja nicht leugnen, daß ich den Kollegen durch das Mandat, das ich habe, verpflichtet bin. Aber bin ich nicht noch fester an meine Verpflichtung zur _Arbeit_ gebunden, die mir die Firma bezahlt? Sehen Sie, ich gehe demnächst in die Sechzig. Und während meiner ganzen Laufbahn an diesen Pulten, länger als sechsundzwanzig Jahre, hat noch niemand Grund gefunden, zu sagen: Dieser Grahl ist nicht so verläßlich als man es wünschte. – Soll mir das nun mit grauen Haaren zum ersten Male passieren?“ Er machte eine Bewegung, um die Brille besser vor’s Auge zu rücken, und schrieb. Nach einer kleinen Weile, indessen Uri ihm stumm zugesehen hatte, sagte Grahl, als ob er alles, was er gesprochen, noch einmal bei sich wiederholt hätte, gleichsam abschließend: „Na ja. Das ist doch erklärlich –?“ Darauf sagte Uri – und er versuchte deutlich, seinen Worten Wichtigkeit zu verleihen: „Erklärlich? Erklärlich wäre es mir, Herr Grahl, wenn Sie eine halbe Stunde vor Beginn der Versammlung zur Stelle wären. _Das_ wäre erklärlich.“ Grahl blickte ihn an. „Nicht ich allein meine,“ fuhr Uri fort, „daß Sie, lieber Kollege Grahl, mehr noch als irgendein anderer, Vorteil finden, wenn heute Abend unsere Resolution stark und einig herauskommt.“ „Ich?“ Grahl riß die Brille herunter und starrte den Sprecher erschrocken an. „Ich? Meinen Sie ... ich?“ Und mit einemmal flog das schmerzliche Lächeln um den Mund, es wollte sich unter dem grauen hängenden Schnurrbart verstecken – aber Uri wußte bereits, daß Grahl ihn verstanden hatte. „Ja,“ sagte er, mit ein wenig schauspielerischem Affekt, „Sie und kein anderer.“ Und scheinbar, um seinen werdenden Sieg recht zu genießen, fügte er hinzu: „Kommen Sie _nun_ mit?“ Er hätte das nicht zu fragen brauchen, denn er sah, daß Grahl in nervöser Eile die Papiere zusammenschob, das Buch auf dem Boden gegen die Pultseite lehnte und schnell seine Utensilien im Innern verschloß. Er lief, vornübergebeugt, zur Garderobe, und als er in Hut und Ueberrock, aber mit ungewaschenen Händen und ein wenig schnaufend, zurückkam, rief er – es sollte Humor sein: „So ist der Mensch! Mich hätte nichts vermocht, mein Pult zu verlassen, als dieser Gedanke an meine eigene Existenz. Meinen Sie wirklich,“ fügte er leiser hinzu, „meinen Sie wirklich, ich ... ich befände mich in Gefahr? Aber, mein Gott, das ist doch unmöglich zu denken! Bin ich nicht siebenundzwanzig Jahre im Dienst? – Wir müssen den anderen Ausgang nehmen, um diese Zeit hat der Hauswart das große...

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Let's be honest—reading Goethe can feel like a homework assignment sometimes. But Wilhelm Meister's Apprenticeship, Volume 3 is different. It's the part where the philosophical ideas get real, wrapped up in the story of a young man we've been following for a while.

The Story

Wilhelm has moved on from his theatrical dreams. He's traveling with a mysterious group called the Tower Society, a secretive bunch who seem to have plans for his life. The plot here is less about wild adventures and more about internal growth. Wilhelm meets new people, faces moral choices, and tries to understand the strange lessons the Society is teaching him. It's a story about mentorship, hidden guidance, and the slow, often frustrating process of figuring out your place in the world.

Why You Should Read It

This book is for anyone who's ever asked, 'What am I doing with my life?' Goethe captures that universal anxiety perfectly. Wilhelm isn't a superhero; he's often confused, makes mistakes, and gets led by people who seem to know better. The Tower Society represents all those external forces—family expectations, social pressures, pure luck—that shape our paths. Reading it feels like having a deep, centuries-old conversation about the meaning of a good life.

Final Verdict

This isn't a light beach read. It's perfect for readers who love classic literature and don't mind a story that values ideas over constant action. If you enjoyed the thoughtful, character-driven parts of Great Expectations or the philosophical quest in Siddhartha, you'll find a lot to love here. Think of it as a wise, slightly challenging friend who makes you see your own journey in a new light.



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William Lee
6 days ago

Just what I was looking for.

Amanda Harris
1 year ago

Having read this twice, the depth of research presented here is truly commendable. A valuable addition to my collection.

Brian Harris
1 year ago

Not bad at all.

Dorothy Moore
1 year ago

Text is crisp, making it easy to focus.

5
5 out of 5 (4 User reviews )

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