Von der Hexe die eine Heilige war by Agnes Günther

(4 User reviews)   4527
By Ava Marino Posted on Nov 15, 2025
In Category - Geographic History
Günther, Agnes, 1863-1911 Günther, Agnes, 1863-1911
German
Have you ever wondered what happens when a village outcast gets a second chance? This is the story of a woman everyone calls a witch, who might just become their saint. Set in a time when superstition and faith collided, it’s a quiet, moving tale about how we judge others and the unexpected paths to redemption. It’s not a flashy fantasy, but a gentle, character-driven novel that feels surprisingly relevant today. If you love stories where the real magic is in human connection and quiet strength, give this old gem a try.
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sah einen goldenen Kopf, der wie eine gebrochene Blume herunterhängt. Ich sah den Reiter im Burghof absteigen, und vorsichtig trägt er in seinen Armen ein Mägdlein hinein zur Pforte. Ach es ist lang her -- die große Eiche dort war noch ein kleines Bäumlein.« Mehr als zweihundert Jahre her ists dann, denk ich. Was war das für eine Zeit? Die schlimme, die bittre Zeit im deutschen Land, da überall die Scheiterhaufen rauchten und ein unsäglicher Jammer zum Himmel schrie -- -- die roten Streifen an der Hand, und die Augen, die in die Ferne sehen! Das war eine Hexe. Und der Reiter verbarg sie hier. Er flüchtete sie wohl. Drüben, zwei Stunden weit, ist eine kleine Residenz, dort liegen noch viele alte Papiere, die noch heute das Herz vor Entsetzen schlagen machen, wenn man in sie hineinsieht. Er sandte ihr die seidene Decke; für sie hing er die wunderbaren Vorhänge an das Holzwerk des Betthimmels. Ich kann das Mädchen mit den goldenen Haaren um das weiße Gesicht nicht vergessen. Wenn ich Lilien sehe, denke ich an sie, aber weißer, viel weißer als die Blumenblätter war diese Haut, goldener, viel goldener als die Fäden im Lilienherzen waren diese Haare. Seidene Decke, du mußt die Geschichte wissen, der Lindenbaum sah sie nur kurz, -- du brauner gedrehter Bettpfosten, du bist doch die ganze Zeit dabei gestanden! Hast du denn alles vergessen? Du hast so viel Zeit daran zu denken. Hast du denn je wieder so etwas Liebliches gesehen? Blieb denn kein Ton der Stimme, der Stimme, die zu den Augen und den Händen gehört, irgendwo hangen? Ich hörte doch auch die Lautenklänge um das Balkenwerk des Vorraums schweben -- Geister von Klängen nur -- doch ich kenne sie ja, -- das ist eine alte Volksweise ... »Es ist ein Schnitter, heißt der Tod -- Freue dich, schöns Blümelein.« Es ist eine Männerstimme, die singt und die im Weinen erstirbt. Und dann höre ich noch eine Stimme von dem Lager aus -- das muß ihre Stimme sein -- ach das ist ja die süßeste Stimme der Welt! Und dann eine Altweiberstimme, freundliche Trostworte murmelnd. Nun weiß ja jedes Eckchen zu erzählen, Nichts haben die vergessen, gar Nichts. So lang haben sie gewartet, bis sie es Jemand erzählen durften, was sie wissen. Jemand, der nicht nur hört, der auch sehen kann, wenn andere Leute nur das kahle Bett und die gelbe Decke sehen. Und die erzählen mir Alles. Jahre brauchen die dazu, denn nicht immer kann ich bei ihnen sitzen und ihnen zuhören. Sie erzählen mir die Geschichte vom Grafensohn und der Hexe. Von der Hexe, die eine Heilige war. Wie der Grafensohn die Hexe, die eine junge Gräfin und Waise gewesen sei, hieher geflüchtet habe. Wie er um die Wette ritt mit dem Tod, das sah ja die Linde. Wie sie da in langem, schwerem Siechtum gelegen sei, Niemand bei ihr als ein Kind und ein altes Weiblein, ein sehr liebes altes Weiblein, das sie gepflegt habe. Warum war sie denn so krank? Das denk ich mir nun schon, ich kenne ja das Gewölbe unter dem Schloß im Städtlein und die Dinge, die sie dort hatten, von denen habe ich auch schon gehört. Die können sie doch nicht alle auf diese zarte Blume losgelassen haben -- das Weiblein schüttelt den Kopf: O nein, um eine halbe Stunde nur kam er zu spät. Also doch! Eine halbe Stunde kann lang sein, in einer halben Stunde kann ein Leben verdorben oder gerettet werden! -- Das seltsamste Geheimnis wissen die Vorhänge. Sie sagen: Wie oft haben diese träumenden Augen, diese Augen, wie wir sie unter all...

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First published in 1913, Von der Hexe die eine Heilige war ("Of the Witch Who Was a Saint") is a hidden treasure of German literature. It’s a story that unfolds in a small, traditional village, far from the noise of big cities.

The Story

The book follows a solitary woman who lives on the edges of her community. Shunned and feared by her neighbors, she’s labeled a witch—someone to be avoided and whispered about. Her life is one of isolation. But when a crisis strikes the village, circumstances force everyone to turn to the one person they’ve always rejected. Through her actions, a slow and profound transformation begins, challenging every assumption the villagers held.

Why You Should Read It

Agnes Günther writes with a deep sense of empathy. She doesn’t give us villains and heroes in the simple sense. Instead, she shows how fear and gossip can shape a community, and how courage and kindness can quietly break those patterns. The central character’s journey from outsider to a figure of respect is deeply satisfying. It’s a story about seeing the person behind the label.

Final Verdict

This book is perfect for readers who enjoy classic, character-focused stories with heart. If you liked the moral dilemmas in The Scarlet Letter or the gentle wisdom of Heidi, you’ll find a friend in this novel. It’s a calming, thoughtful read that proves a story about goodness and change doesn’t need to be loud to be powerful.



ℹ️ Usage Rights

This historical work is free of copyright protections. It is now common property for all to enjoy.

Sarah Davis
1 year ago

Wow.

Nancy Allen
5 months ago

Five stars!

Brian Jackson
5 months ago

If you enjoy this genre, it provides a comprehensive overview perfect for everyone. Exceeded all my expectations.

Karen Taylor
7 months ago

I came across this while browsing and the atmosphere created is totally immersive. Absolutely essential reading.

4.5
4.5 out of 5 (4 User reviews )

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