Kampf und Tod Karls des Zwölften: Historische Erzählungen by Verner von Heidenstam

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By Ava Marino Posted on Nov 15, 2025
In Category - Geographic History
Heidenstam, Verner von, 1859-1940 Heidenstam, Verner von, 1859-1940
German
Ever wondered what really happened to the 'Lion of the North'? Verner von Heidenstam's book isn't your typical history lesson. It zooms in on the final, desperate years of Sweden's King Charles XII, a man who went from being a brilliant military teen to a stubborn, isolated leader. Heidenstam paints a vivid picture of the king's last stand in Norway, asking us to look past the legend and see the human being. It's a story about the heavy price of ambition and how a single-minded quest for glory can lead to a lonely, frozen end. If you like historical figures brought to life with all their flaws and drama, this one's for you.
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dessen wurde der ehrwürdige und sonst wortkarge Mann böser und böser. Er wandte sich unschlüssig um und ging nach dem Ausgang, dort blieb er aber mit einemmal stehen, richtete sich auf und schlug die Hacken zusammen, als wäre er ein geringer Gemeiner. Jetzt wurde Rhensköld still. Die Tür ging auf. Ein eisiger Windzug drang in die Kammer, und der Fähnrich meldete mit so hoher und gedehnter Stimme wie eine Schildwache, die ihre Kameraden ins Gewehr ruft: »Sei--i--ne Majestät!« Der König war nicht mehr das geblendete und verwunderte, halberwachsene Kind von ehedem. Nur die knabenähnliche Gestalt mit den schmalen Schultern war dieselbe. Der Rock war rußig und schmutzig. Die Falte um die aufgeworfene Oberlippe war tiefer und ein wenig grinsend geworden. Auf der Nase und der einen Wange hatte er Frostwunden, und die Augenlider waren gerändert und von langwieriger Erkältung geschwollen, aber um das zu früh kahl gewordene Haupt stand das aufgekämmte Haar wie eine zackige Krone. Er hielt die Pelzmütze in beiden Händen und suchte seine Verlegenheit und Scheu hinter einer steifen und kühlen Geziertheit zu verbergen und verbeugte sich lächelnd vor jedem der Anwesenden. Sie verbeugten sich jedesmal noch tiefer, und als er bis mitten ins Zimmer gekommen war, blieb er stehen und verbeugte sich noch ein paarmal nach den Seiten, obwohl ein wenig schneller und scheinbar ganz und gar mit dem beschäftigt, was er sozusagen dachte. Danach blieb er eine Weile stumm stehen. Sodann ging er zu Rhensköld vor und nahm ihn mit einer kurzen Verbeugung an einem der Rockknöpfe: »Ich möchte bitten,« sagte er, »daß Exzellenz mir zwei bis drei Mann von den Gemeinen verschafft zur Deckung bei einer kleinen Exkursion. Ich habe schon zwei Trabanten mit.« »Aber Majestät! Die Gegend ist von Kosaken überschwemmt. Es war schon ein Wagstück, vom Quartier Eurer Majestät hierher in die Stadt zu reiten mit so kleiner Bedeckung.« »Oh, Lappalien! Lappalien! Exzellenz soll tun was ich gesagt habe. Jemand von den anwesenden Generalen, der frei ist, kann auch aufsitzen und einen Mann von den Seinen mitnehmen.« Lewenhaupt verbeugte sich. Der König betrachtete ihn ein wenig zaghaft, ohne zu antworten, und blieb stehen, nachdem Rhensköld hinausgeeilt war. Niemand von den anderen im Ring hielt es für gebührlich, das Schweigen zu brechen oder sich zu bewegen. Erst nach einer ganz langen Weile verbeugte sich der König wieder vor jedem einzelnen und ging hinaus ins Freie. »Na,« fragte Lewenhaupt und klopfte dem Fähnrich mit wiedergewonnener Natürlichkeit auf die Schulter. »Herr Fähnrich soll mitkommen! Das ist das erstemal, daß der Fähnrich Aug in Aug mit Seiner Majestät gestanden hat.« »Ich hatte ihn mir anders vorgestellt.« »Er ist immer so. Er ist zu königlich, um zu befehlen.« Sie folgten dem König, der über Wagen und gestürzte Tiere kletterte. Seine Bewegungen waren gewandt, aber niemals hastig, sondern maßvoll und ziemlich langsam, so daß er keinen Augenblick seine Würde verlor. Als er sich schließlich durch das Gedränge im Stadttor den Weg gebahnt hatte, stieg er mit seinem Gefolge, das sich jetzt auf sieben Mann belief, in den Sattel. Die Pferde glitten auf der Eisstraße aus, und einige stürzten, aber Lewenhaupts Einwendungen lockten den König nur, die Sporen noch herzloser zu benutzen. Der Lakai Hultman hatte ihm die ganze Nacht laut vorgelesen oder Märchen erzählt und ihn schließlich mit der Wahrsagung zum Lachen gebracht, daß er, wäre er nicht von Gott zum König erkoren, sein ganzes Leben lang ein menschenscheuer Stubenhocker geworden wäre, der viel wunderlichere Verse als der selige Messenius in Disa auf »Bollhuset« ausgedacht hätte, vor allem aber die gewaltigsten Kampfgesänge. Er versuchte, an Rolf Götriksson zu denken, der immer selbst zuvorderst vor seinen Leuten ritt, aber...

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This book focuses on the final chapter of Charles XII of Sweden, a king who started his reign as a celebrated military prodigy and ended it as a tragic, almost mythical figure. Heidenstam doesn't give us a dry biography. Instead, he zeroes in on the king's later years, a period of relentless warfare, political isolation, and stubborn refusal to admit defeat.

The Story

We follow Charles XII after his disastrous defeat in Russia. Broke and his army shattered, he refuses to make peace. Instead, he drags what's left of Sweden into more wars, first against Denmark and finally in a doomed invasion of Norway. The story builds toward his mysterious death by a musket ball during the siege of Fredriksten fortress. Heidenstam explores the tension between the king's legendary reputation and the grim reality of a nation exhausted by his endless fighting.

Why You Should Read It

What grabbed me was how human Charles feels here. He's not just a statue on a horse. He's portrayed as brilliant yet tragically rigid, a man whose greatest strength—his iron will—becomes his fatal flaw. Heidenstam makes you feel the cold of the Norwegian winter and the weight of a king's decisions. It’s less about battle tactics and more about the psychology of a leader who can't let go of a war, even when it's clearly lost.

Final Verdict

Perfect for readers who love character-driven historical fiction and exploring the messy, human side of famous figures. It's not a fast-paced adventure, but a thoughtful, almost melancholy portrait of a fall from grace. If you enjoy stories that ask 'what cost greatness?' and prefer nuanced characters over clear-cut heroes, you'll find this short book surprisingly powerful.



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