Die Armen: Ein Roman by Heinrich Mann

(11 User reviews)   4897
By Ava Marino Posted on Jan 2, 2026
In Category - Geographic History
Mann, Heinrich, 1871-1950 Mann, Heinrich, 1871-1950
German
If you think family drama is tough, wait until you meet the Heidlings. Heinrich Mann's 'Die Armen' (The Poor Ones) isn't about financial poverty—it's about a soul-deep emptiness that money can't fix. I just finished this century-old German novel, and it felt shockingly modern. It follows the wealthy industrialist Balrich Heidling, a man who has climbed to the top of society only to find nothing but hollowness waiting for him. His children are trapped in their own worlds of ambition and apathy. The real conflict? It's the quiet, desperate war between what you have and who you are. Forget action-packed plots; this book's tension comes from watching a family, and a whole social class, slowly realize their golden cage has no door.
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niemals merkte er, daß er es mit denselben Jungen zu tun hatte. Klinkorum war Schullehrer gewesen, aber einer für die Reichen; und weil ihm schon die Zähne ausgefallen waren, wollte er nun hier sich mausig machen. Kaum war er fort, polterten alle gegen seinen Zaun, und irgendeiner kroch hinein und setzte ihm etwas auf den Gartenweg. Der alte Malermeister, der unten im Haus wohnte, durfte es sehen, er lachte, wenn er auch schalt. Nur den kleinen Mädchen war es von ihren Müttern streng verboten, ihm zu nahe zu kommen. Dies war nicht alles, was Professor Klinkorum zu erdulden hatte. Kehrte er aus der Stadt heim, zuweilen schon ganz nahe bei seinem Grundstück überholte ihn, wie er auch hastete, das Heßlingsche Automobil und bedeckte ihn mit Staub oder Schmutz. Generaldirektor Geheimer Kommerzienrat Dr. Heßling in seinem Staubmantel blickte unerbittlich geradeaus, und Klinkorum, von außen gegen seinen eigenen Zaun gedrängt, äugte mit ohnmächtigem Haß, bis er, ganz in einer stinkenden Wolke befangen, die Augen schloß. Innerlich hielt er in solchen Minuten seine zweite Rede über das Eigentum, die Rede dagegen, -- wenn es nämlich schrankenlos und überheblich war. Die Bildung war das Erste und mußte es bleiben. Damit ging er hinauf in sein Studierzimmer. Von hier übersah er ganz Gausenfeld, hinter den Arbeiterhäusern das wüste Gelände, bis zum Wald, bis zur Fabrik. Es ward Nacht, an der Friedhofsmauer die Lampe leuchtete nahe, und weit dorthinten die gereihten Lichter der Fabrik. Aus der Fabrik kehrten die Arbeiter heim; ihr Massenschritt dröhnte, von ferne fühlbar, bis in das Studierzimmer; und Klinkorum dachte nicht ohne Achtung an den Herrn der Massen, ihn, Heßling, Besitzer Gausenfelds, großen Reichtums und mancher Würden. Wie hatte er es dahin gebracht, als Chemiker und Papierfabrikant? Durch Machenschaften und Kunstgriffe geschäftlicher wie politischer Art, über die es auch nach sechzehn Jahren in der Stadt noch nicht still war. Der selbstgemachte Mann freilich blieb zu achten. Er wieder aber achte noch höhere Rechte! Klinkorum hatte gespart, bis er weit draußen an der Landstraße dies einsame kleine Haus erstehen konnte, die Freude seines letzten Lebensdrittels. Gepflegt und lauschig, ein Sitz der Muse, ruhte es im Grünen, unaufgestört von Weihelosen; denn nur langsame Bauernwagen zogen, mit Ochsen, breitstirnigen, schwerausschreitenden bespannt, vorüber, und Gausenfeld, das einzige größere Anwesen in der Weite, diese Stätte der Papierfabrikation lag jenseits von Feldern und Wald, man sah, hörte und roch sie nicht. Da aber, was geschah? Der neue Herr von Gausenfeld vergrößerte seine Fabrikanlagen. Er legte den Wald so weit nieder, als er jene unedlen Baulichkeiten dem Blick entzogen hatte. Die Arbeiter-Familienhäuser wuchsen über das Feld heran, immer nach Westen, immer auf Klinkorum zu. Auch kam es dahin, daß gleich hinter seinem Zaun dies Volk sich begraben ließ. Und dem Friedhof, als vorletztem Streich, folgten die Kasernen der Proletarier, Ungeheuer von Häusern, hinschattend über Klinkorum und seinen bescheidenen Ruhesitz, ihn mit Gerüchen bedrängend, in Ruß verschüttend so Garten wie Haus und um es her eine Zone breitend des Gestampfes, Geschreis, Totschlages und der bildungsfeindlichen Roheit! Nun waren die Lichter ausgelöscht in der Fabrik und entzündet in den Kasernen, in der Kantine an ihrem Flügel. Dorther kam Lärm. Der Arbeiter Karl Balrich aber, still in seinem Zimmer 101 des Arbeiterhauses B, stand am Fenster, sah vor sich dasselbe wie der Besitzer der Villa Klinkorum und dachte nach, auch er, über die Welt, die ihn umgab. Freilich, die vielen Geräusche des Hauses selbst, von rechts, links, oben, unten übertönten bei weitem seine Gedanken an das Fernere. Er hörte um sich her, des Sonntags wenn er ruhte und jetzt am Abend bevor er schlief, Streit, Küsse, Gespräche über Geld und Essen, die...

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Heinrich Mann's 'Die Armen' is the second part of his 'Kaiserreich' trilogy, but you can absolutely read it on its own. It's a portrait of Germany's upper class just before World War I, seen through the cracked lens of one family.

The Story

The novel centers on Balrich Heidling, a self-made industrialist. He's achieved immense wealth and power, but instead of fulfillment, he finds a crushing sense of meaninglessness. His success feels empty. His family is no refuge: his son is a cynical opportunist, his daughter is lost in romantic fantasies, and his wife is disconnected. The story follows their separate, lonely paths as they navigate a society obsessed with status and appearances, all while feeling a profound inner poverty that their money is powerless to cure.

Why You Should Read It

What grabbed me was how current it feels. Mann isn't just criticizing early 1900s Germany; he's dissecting the human cost of chasing empty goals. Balrich's crisis of purpose—'Is this all there is?'—is something anyone can relate to, even today. The characters aren't always likable, but they are painfully real in their flaws and their quiet desperation. Mann writes with a sharp, clear-eyed compassion that makes you understand them, even when you don't agree with them.

Final Verdict

This is a book for readers who love character-driven stories and social observation. If you enjoy authors who explore the gap between public success and private despair, like F. Scott Fitzgerald or Richard Yates, you'll find a kindred spirit in Heinrich Mann. It's not a light read, but it's a deeply thoughtful one. Perfect for anyone who's ever questioned the price of 'making it' and found the answers unsettling.



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Jessica Torres
2 weeks ago

Good quality content.

Oliver Wright
3 months ago

Fast paced, good book.

Noah Anderson
1 year ago

Great read!

Mary Jones
1 year ago

Without a doubt, the clarity of the writing makes this accessible. Don't hesitate to start reading.

Logan Young
11 months ago

I didn't expect much, but the storytelling feels authentic and emotionally grounded. Don't hesitate to start reading.

4.5
4.5 out of 5 (11 User reviews )

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