Der Ketzer von Soana by Gerhart Hauptmann

(8 User reviews)   5074
By Ava Marino Posted on Nov 15, 2025
In Category - Geographic History
Hauptmann, Gerhart, 1862-1946 Hauptmann, Gerhart, 1862-1946
German
Have you ever wondered what happens when a man's deepest faith crashes headfirst into his raw human nature? That's the heart of 'The Heretic of Soana.' It's not just a story about a priest in a remote Italian village; it's about the moment when lifelong beliefs meet an undeniable, earth-shattering attraction. Hauptmann puts his character in an impossible situation: choose the rigid, safe path of his calling, or follow a dangerous, beautiful feeling that feels more real than any prayer. It’s short, intense, and asks questions that stick with you long after the last page.
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Tantalusqualen bereiten, wenn er seinen bedeutenden Freund nicht hätte. Diesem allein, und nicht etwa den eigenen bestechenden Eigenschaften, -- Niemand sollte das besser wissen als Rudolf Müller selbst, -- verdankt er es, dass er mit der schönsten, liebenswürdigsten Dame der Gesellschaft, -- nein, der Welt! -- in einem Glaskasten plaudern darf, der auf den stolzen Titel Wintergarten Anspruch erhebt und mit Palmen, Gummibäumen und blühenden Azaleen so vollgestopft ist, dass ausser dem Bänkchen, auf welchem Else Friedjung sitzt, und einer Handbreit Raum, auf welcher er steht, kein Platz für etwaige Eindringlinge wäre. Seit dreiviertel Jahren betet er die junge Dame an, aber leider aus gemessener Entfernung, denn für einen mit dem Laster der Bescheidenheit behafteten Menschen giebt es keine Möglichkeit, sich durch die dreifache Reihe von schwarzen Fräcken durchzuwinden, die beständig das schöne, lebhafte Millionärskind umschliesst, wie die Midgardsschlange die Weltesche. Aber vor etwa einer halben Stunde hat ihm seine Cousine zugeraunt: »Else Friedjung wünscht, Dich kennen zu lernen, Du Glückspilz, versteht Du, sie wünscht es.« Ob er versteht! Wenn er sich noch nicht die Karte »ami de Beethoven« drucken liess, so liegt dies bloss daran, dass er noch ein Weilchen warten will, bis ausser dem niedlichen Einacter, der vor etwa vierzehn Tagen im Hoftheater aufgeführt wurde, auch noch die anderen unsterblichen Werke erschienen sind, mit welchen sein bedeutender Freund heute oder morgen, bis er in der richtigen Stimmung dazu ist, die Welt aus den Angeln heben und sämmtliche Classiker, Romantiker und moderne Theaterdichter in das Nichts zurückschleudern wird. Das schöne Mädchen wies ihm auf der eng beschriebenen Tanzkarte eine leere Stelle. »Ich habe den Walzer für Sie aufgespart, Herr Müller«, sagte sie liebenswürdig. Er ballte die Faust, -- in Gedanken natürlich, -- gegen den Tanzmeister, der ihn als hoffnungslosen Fall aufgegeben; aber Elsen Friedjung stand der Sinn nicht nach Tanzen. In all ihrer Anmuth, die dem armen Jungen den Kopf vollständig verdreht hat, erhob sie sich, legte die Hand auf seinen Arm und liess sich von ihm in die Tropenlandschaft führen. Selbst das tugendhafteste Mauerblümchen entdeckte nichts Ungehöriges darin; ein heimliches Zwiegespräch mit Rudolf Müller gehört zu den Dingen, die Jede begreift und Jede entschuldigt. Es ist nicht die geringste Gefahr dabei; nicht dass er etwa abschreckend hässlich, oder unerlaubt dumm wäre, oder auf dem grossen Theater eine allzu verächtliche Lampenputzerrolle spielte, -- verständige Papas unverständiger Töchter schätzen ihn als tüchtigen, aufstrebenden Kaufmann, -- aber sein bedeutender Freund, der einen Schatten wie der Kölner Dom wirft, lässt ihn pygmäenhaft klein, ja zu Zeiten mit freiem Auge gar nicht wahrnehmbar erscheinen. Else Friedjung liess die Stäbe ihres Fächers durch die Finger gleiten und heftete die Augen auf dieses Spiel. »Ich höre, Sie sind mit Doctor Engelbert Holstein näher befreundet«, fing sie in leichter Verlegenheit an. Rudolf knickte innerlich zusammen. Die leise Hoffnung, die ihn trotz aller Erfahrungen umschmeichelt, liess ihre Flügel kläglich hängen und er bereitete sich für die Antworten vor, die er, zum beliebigem Gebrauch bei jedem Tête-à-tête auswendig gelernt: »Wir wohnen beisammen.« (Und eine recht vernünftige Theilung der Arbeit besorgen sie dabei, der Bedeutende bestrahlt mit seinem Ruhm das elegante Junggesellenheim nahe dem Thiergarten, und Rudolf Müller bezahlt es; doch diese intimen Details gehören nicht hierher.) »Er wird kommenden November 24 Jahre alt.« »Sein Geburtstag fällt sechs Tage später als der Schiller's« (Die gestickten Schreibmappen, Federwischer, Cigarrentaschen, die diese Enthüllung in die Welt gesetzt, lassen sich kaum zählen.) »Er ist vollständig unverheirathet.« Dann eine Verbeugung, und der junge Mann weiss, dass er aus den Gedanken seiner schönen Nachbarin fortgewischt ist, wie eine Null mit dem Schwamm von einer Rechentafel. Aber Else Friedjung ist ein geistreiches Mädchen; sie bringt...

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Gerhart Hauptmann's 'The Heretic of Soana' is a small book with a huge emotional punch. Set in a sleepy Italian village, it feels both timeless and urgently personal.

The Story

The story follows Francesco, a young priest sent to the remote village of Soana. He's dedicated and serious, trying to guide his simple flock. His quiet life is turned upside down when he meets Agata, a beautiful, free-spirited goatherd who lives outside the village's strict social rules. She represents everything his religion warns against—instinct, passion, a connection to raw nature. As Francesco gets to know her, he's torn apart. The faith that has defined his entire life suddenly feels like a cage, while his growing feelings for Agata feel like his first taste of true freedom.

Why You Should Read It

This isn't a simple romance. It's a deep, sometimes painful, look at a man's inner war. Hauptmann doesn't take sides. He shows the beauty and comfort of Francesco's faith, but also its crushing limitations. Agata isn't a temptress; she's a force of nature, a symbol of a life lived authentically, without rules. Reading it, you feel every ounce of Francesco's confusion and longing. It makes you ask: where do our true selves live? In the ideas we're taught, or in the feelings we can't deny?

Final Verdict

Perfect for anyone who loves character-driven stories that explore big questions about society, faith, and desire. If you enjoyed the moral conflicts in Hawthorne's 'The Scarlet Letter' or the intense inner turmoil of Dostoevsky's characters, you'll find a lot to love here. It's a classic that reads like a modern psychological drama—quiet, powerful, and unforgettable.



📚 Legacy Content

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Ethan Thomas
1 month ago

After finishing this book, the character development leaves a lasting impact. Worth every second.

Ashley White
1 year ago

Good quality content.

Paul Perez
1 year ago

Very interesting perspective.

Joshua Clark
1 year ago

From the very first page, the storytelling feels authentic and emotionally grounded. Worth every second.

Edward Wilson
4 months ago

Helped me clear up some confusion on the topic.

4.5
4.5 out of 5 (8 User reviews )

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